Sexismus-Debatte

Werbepostkarte sorgt für Zündstoff

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RECKLINGHAUSEN - Eine Kunstpostkarte des Imbissbetriebs "Pott Curry" hat eine Sexismus-Debatte in Gang gesetzt. Darauf zu sehen ist ein geschminkter Frauenmund, der in eine Bratwurst beißt. Die Grünen fordern nun, dass sich der Rat von sexistischer Werbung distanzieren soll.

"Pott Curry"-Inhaberin Pia Nixon findet das Motiv nicht frauenfeindlich. Sie habe anlässlich der Eröffnung sogar noch den Slogan „Pott Curry isst geil“ hinzugefügt, erzählt Mirko Simnovec. Er ist nicht nur einer der Erfinder der Marke „Pott Curry“, sondern auch Chef der Agentur „sitesmedia“, die die Karte gestaltet hatte. Die Idee dazu habe eine seiner Mitarbeiterinnen gehabt, sagt Simnovec.

Die Karte rief aber die Gleichstellungsbeauftragte aus dem Rathaus, Gabriele Steuer, auf den Plan. Sie protestierte beim Imbissbetrieb und reichte eine Beschwerde beim Deutschen Werberat ein. „Und ich war nicht die Einzige, die sich beschwert hat“, sagt Gabriele Steuer. Das Unternehmen zog daraufhin die Karte aus dem Verkehr. Anders als von Steuer im Gespräch mit der RZ behauptet, hat der Werberat aber keine Rüge ausgesprochen. Vielmehr bewertete er die Karte, sollte sie als Werbeflyer eingesetzt werden, im Hinblick auf seine Verhaltensregeln als Grenzfall. Zudem handelte es sich um eine Kunstpostkarte, die vor der Eröffnung des Imbissbetriebs entstanden sei. Und „da diese künftig nicht als Werbung für den Betrieb eingesetzt wird, ist der Fall für uns abgeschlossen“, heißt es in einer Stellungnahme des Deutschen Werberates, die der RZ vorliegt.

Gabriele Steuer will jetzt dafür sorgen, dass die Werbesatzung der Stadt überarbeitet wird, um sexistische Werbung möglichst zu verhindern. So seien ihr auch die großen Werbeplakate von Bordellen ein Dorn im Auge. Die grüne Vize-Bürgermeisterin Christel Dymke versucht, die Öffentlichkeit für das Problem zu sensibilisieren. Es sei frauenfeindlich und diskriminierend, wenn der weibliche Körper auf ein sexuelles Objekt reduziert werde, nach dem Motto „Sex sells“. Dymke schlägt vor, dass sich die Wirtschaft im Rahmen des Citymarketing verpflichtet, auf derartige Werbung zu verzichten.

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