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Die Feuerwache an der Kurt-Schumacher-Allee.

Sicherheit

Gutachter empfiehlt zweite Feuerwache

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RECKLINGHAUSEN - Um überall im Stadtgebiet Sicherheit im Brandfall zu gewährleisten, empfehlen die Gutachter des Ingenieurbüros Forplan Dr. Schmiedel GmbH aus Bonn den Bau einer zweiten hauptamtlichen Feuerwache. Nur so ließen sich vorgeschriebene Hilfsfristen einhalten.

Jede Kommune in NRW muss einen sogenannten Brandschutzbedarfsplan erstellen und diesen regelmäßig erneuern. Der Recklinghäuser Brandschutzbedarfsplan stammt aus dem Jahr 2006 und bedurfte schon länger einer Auffrischung. 2017 wurde der oben genannte Gutachter damit beauftragt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor, die bereits einem ausgesuchten Personenkreis aus Stadtverwaltung, Feuerwehr und Politik präsentiert worden sind. Ganz ausdrücklich gebe es positive Aspekte: So sei Recklinghausen eigentlich gut aufgestellt, was Personal und Technik angeht. Ein besonderes Lob verdient sich der Bereich der ehrenamtlichen Feuerwehr, der sehr gut funktioniere. Negativ sei jedoch, dass die Einsatzkräfte zu spät am Brandort ankommen – zumindest gemessen am Schutzziel: Dieses sieht vor, in 90 Prozent der Fälle innerhalb von acht Minuten dort zu sein, wo es brennt.

Probleme in den Randlagen

Doch genau das klappt nicht, und das deckt sich auch mit den jüngsten Erhebungen der Recklinghäuser Feuerwehr selbst, die lediglich einen Wert von gut 60 Prozent ermittelte. Nach eigener Einschätzung gab es allein im Jahr 2017 bemerkenswerte 360 Einsätze, bei denen die Feuerwehr ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde. In 82 Fällen war nach acht Minuten nichts und niemand vor Ort, in 58 Fällen fehlte zu diesem Zeitpunkt ausreichendes Personal. Da man nicht das landesweit vorgegebene Schutzziel auf zehn Minuten anheben kann, und sei es nur für die Problembereiche in Hochlarmark, im südlichen Röllinghausen und im östlichen Suderwich, wählt man eine große und ganzheitliche Lösung – eine zweite hauptamtliche Wache.

Politik signalisiert Zustimmung

In der Politik herrscht offenbar seltene Einmütigkeit in dieser Frage: „Wir wollen alle Stadtteile gleichermaßen sichern“, erklären Heinz-Bernd Einck und Friedhelm Baumgarten (CDU), und Andreas Becker (SPD) kann sich „eigentlich nicht vorstellen, dass überhaupt irgendwer dagegen ist“. Auch Feuerwehr-Dezernent Ekkehard Grunwald favorisiert eindeutig den Bau einer Zweit-Wache: „Ansonsten hätten wir in Recklinghausen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, und das kann niemand wollen.“

Kosten in Millionenhöhe

Wo die neue Wache stehen soll, ist derzeit noch völlig unklar. Anbieten würde sich ein Standort in der nördlichen Südstadt, doch zunächst muss erst einmal ein Grundstück her. Bei den Schätzungen für die Baukosten kratzt man schnell den zweistelligen Millionenbereich, vielleicht lassen sich dafür Fördertöpfe anschaffen. Doch die laufenden Kosten wird die Stadt allein stemmen müssen: Sollten sechs Feuerwehrleute rund um die Uhr im Einsatz sein, so darf man laut Gutachter insgesamt mit 30 Planstellen rechnen. Inklusive aller Nebenkosten landet man sicherlich bei rund drei Millionen Euro im Jahr.

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