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Sie hoffen auf viele Kontakte in der SkF-Begegnungsstätte ?Bäumchen? an der Kemnastraße 17: Sozialarbeiterin Veronika Liesener (r.) und Wiebke Janssen, Koordinatorin für den SkF-Fachbereich ?Gesetzliche Betreuung".

SkF-Begegnungsstätte

Kraft tanken im „Bäumchen“

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RECKLINGHAUSEN. - Das „Bäumchen“ ist eine Tankstelle - eine Tankstelle für Menschen, die psychisch Kranke betreuen. Hilfe finden sie an der Kemnastraße 17, und zwar ab Dienstag.

Was tun, wenn die Last zu schwer, die Sorge um den psychisch kranken Menschen zu groß wird? Was tun, wenn kaum noch Zeit für sich selbst bleibt und der Akku leer ist? Hilfe gibt es fortan im „Bäumchen“. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) öffnet dort eine Begegnungsstätte. Im Frühstücks-Café und bei einem Stammtisch können Angehörige und enge Freunde entspannen, Kraft tanken und mal an sich denken.

Da ist die depressive Tochter, die es morgens nicht schafft aufzustehen, um zur Schule zu gehen. Dort ist der Bruder, der in seiner Wohnung unzählige Dinge sammelt und im Chaos versinkt. Hier ist die Lebensgefährtin, die sich zwanghaft selbst verletzt und keine Lebensfreude mehr verspürt. Während ihrer Arbeit für den Fachbereich „Gesetzliche Betreuung“ kommt Wiebke Janssen immer häufiger mit Männern und Frauen ins Gespräch, die sich um psychisch Kranke kümmern. „Sie müssen viel aushalten, leben in ständiger Sorge. Das alles ist sehr belastend für sie, vor allem wenn Kinder betroffen sind. Die Angehörigen laufen Gefahr, selbst zu erkranken“, weiß die Koordinatorin. So entstand die Idee, den Helfenden eine Auszeit zu verschaffen: im „Bäumchen“.

Der Raum, in dem sich einst die bekannte Szenekneipe „Baum“ befunden hat, ist nun frisch in den SkF-Farben Weiß und Dunkelrot gestrichen. Neben der modernen Küche bilden die alten, großen, verzierten Fensterscheiben einen schönen Kontrast. Zufrieden schaut sich Sozialarbeiterin Veronika Liesener um. Sie ist die Kontaktperson im „Bäumchen“ und steht den Besuchern bei. „Aber nur, wenn sie es wollen“, betont die 42-Jährige.

Veronika Liesener setzt bewusst auf ein „niederschwelliges“ Angebot. Das bedeutet: Die Angehörigen können vorbeischauen, einen Kaffee trinken und wieder gehen. Reden ist nicht Pflicht. Eine Anmeldung auch nicht. Doch wer erzählen möchte, kann das gerne tun, um dann vielleicht etwas „leichter“ den Treffpunkt zu verlassen. Wer Informationen rund um das Thema benötigt, ist hier ebenfalls an der richtigen Adresse. Koch-, Spiele- und Vortragsabende sollen folgen. Nun sind die Initiatoren gespannt, wie groß das Interesse wird. Los geht es am Dienstag, 8. Mai, mit einem kostenlosen Frühstück, 10 bis 12 Uhr. Der erste monatliche Stammtisch ist dann für Mittwoch, 9. Mai, 19 bis 20 Uhr, geplant.

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