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Auf dem Weg zum Laichgewässer: Nabu-Helfer bringen diese Kröten in Speckhorn sicher auf die andere Straßenseite.

Speckhorn

Nabu kontrolliert Krötenzäune

RECKLINGHAUSEN - In diesen Tagen sind die Aktivposten des Naturschutzbundes (Nabu) wieder im Dauereinsatz: Morgens und abends sind sie in Speckhorn unterwegs, um Erdkröten vor dem sicheren Verkehrstod zu bewahren und den Bestand zu sichern.

Mit Taschenlampe, Warnweste und warmer Kleidung läuft Stefan Wanske, der seit 30 Jahren aktive Naturschutzarbeit betreibt, die drei Krötenzäune ab, um die Kröten in einem Eimer zu sammeln und über die Straße zu tragen. Ihrem Instinkt folgend, kehren die Kröten zum Ablaichen immer an die Gewässer zurück, an denen sie selbst einst geschlüpft sind. Auf ihrem Weg überqueren sie Felder, Wiesen und natürlich auch Straßen, die ihren sicheren Tod bedeuten würden.

Die Krötenzäune, die jedes Jahr aufgebaut werden, schützen die kleinen Gesellen, die entlang des Zauns in Eimer fallen. Morgens und abends werden sie von den Nabu-Helfern komfortabel über die Straße getragen, dann setzen sie ihre Wanderung fort. Zwölf Weibchen und acht Männchen hat Stefan Wanske allein bei einem seiner Kontrollgänge an dem Zaun in Höhe des Restaurants "Herzlich" gezählt. Die Naturschützer führen genau Statistik über die Kröten, um über die Jahre Aussagen über die Entwicklung der Bestände treffen zu können. „Etwa 2000 Kröten zählen wir pro Jahr“, so Wanske weiter. Der Experte fasst die kleineren Männchen hinter den Vorderfüßen vorsichtig an. Wenn sie nun quaken, handelt es sich sicher um Männchen, die sich von den größeren Weibchen bis zum Gewässer tragen lassen. „Wer das Quaken der kleineren Männchen im Eimer wahrnimmt, kann nicht anders, als ihnen zu helfen“, sagt Wanske.

Nähere Infos zum Krötenschutz gibt's bei Stefan Wanske, Tel. 0177/7374018.

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