Staatsanwaltschaft Essen

"Geldtransporter-Bande" nach Millionen-Coup angeklagt

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RECKLINGHAUSEN - Sechs Männer und eine Frau, darunter drei Recklinghäuser, müssen sich in Kürze vor dem Landgericht Essen verantworten. Bei ihnen soll es sich um die "Geldtransporter-Bande" handeln, die unter anderem mit dem nachgebauten Wagen einer Recklinghäuser Sicherheitsfirma Millionen-Coups landen konnte.

Die Mitglieder der mutmaßlichen „Geldtransporter-Bande“ waren im Dezember 2018 festgenommen worden, die Staatsanwaltschaft Essen hat jetzt Anklage erhoben. Kopf der Gruppe soll ein 25-Jähriger aus Recklinghausen gewesen sein. Dem ältesten Angeklagten, einem 44-jährigen Recklinghäuser, schreibt die Staatsanwaltschaft eine Schlüsselfunktion zu. Er soll als Geldtransporter-Fahrer eines Sicherheitsunternehmens aus Recklinghausen Insiderwissen über Schwachstellen weitergegeben haben. Außerdem soll er Zugriff auf Codes und Schlüssel für Geldautomaten sowie -transporter gehabt haben.

1,8 Millionen Euro erbeutet

Der wohl spektakulärste Coup soll im Dezember 2017 bei einem Supermarkt in Gronau verübt worden sein. Als falsche Geldboten verkleidet und mithilfe eines nachgebauten Geldtransporters der Recklinghäuser Sicherheitsfirma war laut Anklage ein Millionen-Coup gelungen. Der umlackierte, mit Magnetfolie, Aufklebern und mit einer Doublette eines echten Kennzeichens versehene Transporter hatte wohl so täuschend echt ausgesehen, dass ein Supermarkt-Mitarbeiter nichts ahnend eine Kiste mit 1,8 Millionen Euro übergeben hatte.

Prozesstermin steht noch nicht fest

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten zudem weitere Diebstähle in Dortmund und Werne vor. Beute: weitere 775.000 Euro. Außerdem geht es um einen Raubüberfall auf eine Schmuckhändlerin (Beute: 300.000 Euro) sowie mehrere geplante Taten. Der 21-jährigen Frau wird darüber hinaus Geldwäsche vorgeworfen. Fünf von sieben Angeklagten sitzen in U-Haft. Ein Termin für den Prozessauftakt in Essen steht noch nicht fest.

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