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Über die nördliche Spitze des Konrad-Adenauer-Platzes soll die Osttangente verlaufen. Problem: Die rechte Bahnlinie muss noch überwunden werden.

Straßenbau

Ein teures Stück Umgehung

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RECKLINGHAUSEN - Es ist ein lang gehegter Traum, mit der Komplettierung der sogenannten Osttangente einen Großteil des Verkehrsaufkommens an der Innenstadt vorbeizuführen. Doch das ist nicht ganz so einfach ...

In einigen Tagen wird die höchst aufwendige Suche nach Blindgängern östlich der Bahnlinie Recklinghausen - Münster abgeschlossen sein. Vermutlich im Mai werden die Arbeiten an der Ludwig-Erhard-Allee wieder aufgenommen, eine Fertigstellung der Verbindung zwischen Oerweg und Dortmunder Straße wird für das Frühjahr 2020 angepeilt: Mit rund anderthalb Jahren Verzögerung ist dieser Kraftakt dann geschafft. Doch eigentlich ist die Ludwig-Erhard-Allee nur der vorletzte Akt des großen Gesamtkunstwerks namens Osttangente. Seit fast zwei Jahrzehnten existiert die Idee, den von Süden über die Herner Straße herannahenden Verkehr östlich an der Innenstadt vorbeizuführen.

Die Kurt-Schumacher-Allee, die an der Schlachthofbrücke an die Herner Straße anknüpft, ist der südlichste Teil der Osttangente, im Norden ist es die Ludwig-Erhard-Allee. Was fehlt, ist das Mittelstück. Fragt man bei der Stadt nach, so erfährt man, dass der Plan, diesen Lückenschluss zu vollziehen, sehr wohl noch aktuell ist. Und auch Andreas Becker (SPD) bestätigt als Vorsitzender des Verkehrsausschusses, „dass es ja nach wie vor Sinn ergibt, eine Totalumgehung der Innenstadt anzugehen“. Doch der Grund, warum die Planungen ins Stocken geraten sind, liegt für Becker auf der Hand: „Es liegt schlicht am Geld. Das hat die Stadt nicht.“

Denn die ganze Angelegenheit wird teuer, weil vor allem die Bahnlinie vom Hauptbahnhof nach Suderwich im Weg ist. Man muss also entweder einen Tunnel oder eine Brücke bauen, „und da wird ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen kommen“, schätzt Heinz-Bernd Einck (CDU), stellvertretender Vorsitzender im Verkehrsausschuss. Und vermutlich muss auch noch das Gebäude an der Ecke Dortmunder Straße/Am Sandershof neben der Kunibertibrücke abgerissen werden.

Das alles schreit nach Fördertöpfen, die es im Moment aber noch nicht gibt. Doch das kann sich nach Ansicht von Andreas Becker in naher Zukunft ändern: „Es wird etwas geschehen müssen, um die Feinstaubbelastung in den Griff zu bekommen. Und da liegt es ja nahe, die Innenstädte zu entlasten.“ Auch Heinz-Bernd Einck glaubt, dass sich etwas tun wird: „Bund, Land oder EU werden Fördermittel ausgeben, um die städtischen Infrastrukturen zu verbessern. Und wenn es so weit ist, müssen wir die geeigneten Konzepte schon fertig haben.“

Immerhin: Auch Kreisverkehre dienen dem Klimaschutz, weil sie jede Menge Kohlendioxid einsparen. Und ein Kreisverkehr ist an der Ecke Dortmunder Straße/Ludwig-Erhard-Allee fest eingeplant. Der Baubeginn fällt vermutlich noch ins erste Halbjahr 2019.

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