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Das Südbad bleibt Rosenmontag komplett geschlossen.

Südbad

Sportbecken soll überdacht werden

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RECKLINGHAUSEN - Die Stadt möchte das Süder Freibad ganzjährig nutzbar machen. Das würde 4,3 Millionen Euro kosten. Nun läuft das Rennen um die Mittel aus einem Förderprogramm des Bundes. Ende August hat die Stadt ihr Konzept eingereicht. In diesem Monat wählt eine Jury aus, welche Städte Geld aus dem Fördertopf bekommen.

Falls Recklinghausen den Zuschlag bekommt, soll 2020 mit dem Umbau begonnen werden. Binnen zwei Jahren würde aus dem Südbad ein modernes Schwimmzentrum. „Im Vordergrund steht, dass wir das Freibad-Sportbecken ganzjährig nutzbar machen wollen“, erläutert Martin Gohrke, Leiter des Fachbereichs Sport und Bildung. „Das Außengelände wollen wir ebenfalls öffnen. Es eignet sich für Freizeitangebote, die für Süd eine Aufwertung bedeuten würden.“

Bund übernimmt 90 Prozent der Kosten

Doch der Traum kann nur wahr werden, wenn der Bund 90 Prozent der Kosten übernimmt. Dazu hat er ein Förderprogramm aufgelegt und stellt 100 Millionen Euro zur Verfügung, damit Kommunen ihre Einrichtungen für Sport, Jugend oder Kultur sanieren. Das sind die Vorgaben: Die Projekte sollen von überregionaler Bedeutung und hoher Qualität, wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration sein und den Klimaschutz fördern. „Durch diese Kriterien sind wir schnell auf das Südbad gekommen“, erklärt Gohrke. Denn sowohl Hallen- als auch Freibad sind in die Jahre gekommen. Die Aussicht, fast vier Millionen Euro Zuschuss für einen Ausbau zu bekommen, den sich Recklinghausen in dieser Größe nicht leisten könnte, weckte den sportlichen Ehrgeiz in der Verwaltung. „Wir haben geackert, um in so kurzer Zeit ein aussichtsreiches Konzept auf die Beine zu stellen.“

Sportvereine kämpfen um Wasserzeiten

Auch die Wassersportvereine wurden einbezogen. Thorsten Nickel, Vorsitzender des Schwimmvereins Neptun, war bei diesem Treffen dabei. „Es wäre toll, wenn das Südbad ausgebaut würde“, sagt er. „Wir Vereine kämpfen um die Wasserzeiten.“ Die 25-Meter-Becken an der Herner Straße und an der Pappelallee sind die ganze Woche ausgebucht. Für die Bürger gibt es feste Zeiten, die anderen Stunden werden aufgeteilt zwischen Sportvereinen und Schulen. „Das ganze Jahr über ein 50-Meter-Becken zur Verfügung zu haben, wäre ein großer Gewinn“, meint Nickel: „Unsere Leistungssportler trainieren fast täglich. Sie können sich nicht mit zehn Schwimmern eine Bahn teilen. Im Winter fahren sie darum nach Bochum, der SV Blau-Weiß trainiert in Gladbeck, wo es ebenfalls ein 50-Meter-Becken gibt. Das kostet viel Zeit.“

Traglufthalle als mögliche Variante

Erst bei einer Zusage würde bei der Verwaltung mit der Detailplanung begonnen werden. „Das kann die Sportverwaltung auch nicht leisten, dazu benötigen wir die Hilfe von Architekten und Planern“, betont Fachbereichsleiter Gohrke. Eine Kostenfrage wäre etwa, wie ein Dach über dem Sportbecken aussehen könnte. In Gladbeck wird im Herbst eine Traglufthalle über dem Freibadbereich aufgeblasen. „Denkbar ist auch ein festes Dach mit großen, verschiebbaren Glaselementen“, nennt Gohrke eine Alternative.

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