Suizidprävention

Telefonseelsorge plant neue Krisen-App

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RECKLINGHAUSEN - Alle 53 Minuten bringt sich in Deutschland ein Mensch um. Am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, will die Recklinghäuser Telefonseelsorge ihre neue Krisen-App vorstellen. Dafür sammelt die Einrichtung jetzt Spenden - zum Beispiel mit einem Benefizkonzert.

„Wir waren 1995 die Ersten, die das Internet für unsere Arbeit erprobt haben und sind seit 2008 in der Chat-Beratung aktiv. Der sogenannte Krisen-Kompass ist der nächste Schritt. Die App soll helfen, Suizide zu verhindern“, erklärt Gunhild Vestner. Die Pfarrerin und Supervisorin leitet die Telefonseelsorge im Kreis Recklinghausen seit 15 Jahren. 2018 führten die mehr als 90 ehrenamtlichen Helfer über 8.000 Seelsorge- und Beratungsgespräche am Telefon (Tel. 0800/1110111), dazu kamen rund 800 Chats.

„Die Anrufer müssen leider oft Geduld haben und länger auf eine freie Leitung warten“, weiß Gunhild Vestner. Die Lücke soll mit der neuen App geschlossen werden. Sie soll Betroffenen und Angehörigen Wege aus der Isolation zurück ins Leben bieten. Sie ist für jeden jederzeit herunterladbar und bietet die Möglichkeit, sofort Kontakt zur Telefonseelsorge und anderen Beratungsstellen aufzunehmen. Mit einem Tagebuch, einem Krisenplan und einer Sammlung positiver Impulse hilft sie Suizidgefährdeten, selbst aus der Sprachlosigkeit zu finden. Sie bündelt Informationen für Menschen, die helfen wollen, und liefert Unterstützung für die Trauerarbeit der Hinterbliebenen. Die App hat allerdings ihren Preis, ohne Spendengelder wäre die Neuheit nicht zu stemmen.

Daher gibt es am Sonntag, 16. Juni, um 18 Uhr ein Benefiz-Konzert mit "Vocalicious" im Gemeindezentrum "Arche", Nordseestraße 104. Das Repertoire reicht von A-cappella-Pop über klassischen Gospel bis zu jazzigen Gospeltönen. Der Eintritt ist frei, stattdessen kreist die Spendendose.

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