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Die Synagoge am Polizeipräsidium.

Synagoge

Kultusgemeinde will neue Thorarolle anschaffen

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RECKLINGHAUSEN - In diesem Jahr feiert die jüdische Kultusgemeinde Recklinghausen ihr 190-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass möchten sich die kreisweit 550 Mitglieder selbst ein besonderes Geschenk machen: eine neue Thorarolle. Der Neukauf soll unter anderem mithilfe diverser Aktionen gestemmt werden.

Wie der Vorsitzende Dr. Mark Gutkin berichtet, habe sich die Kultusgemeinde bislang nur drei gebrauchte Thorarollen geleistet. Das neue Exemplar ist bereits in Israel bestellt, die Kosten belaufen sich auf 26.000 Euro. Die Thora (Belehrung) ist der erste und wichtigste Teil der hebräischen Bibel, des „Tanach“. Sie besteht aus fünf Büchern. In der Thora sind insgesamt 613 Ge- und Verbote enthalten, die das Gerüst für religiös korrektes Verhalten bilden. Die Lesung der Thora ist das Kernstück des Schabbat-Gottesdienstes. In der Synagoge werden die Texte von Thorarollen gelesen, die von Hand geschrieben wurden.

Konzerte sollen Brücken bauen

Der Kauf der neuen Schrift soll auch über die Konzertreihe „Treffpunkt Synagoge“ finanziert werden. Eventuell werde sogar ein neuer Freundeskreis gebildet, so Gutkin. Denn auch in diesem Jahr will die jüdische Kultusgemeinde das Kulturformat nutzen, um Brücken zu bauen und sich zu öffnen. Die Konzerte in der Synagoge, Am Polizeipräsidium 3, sind seit Jahren gut besucht. Die (Welt-)Musik ist offenbar ein gutes Vehikel, um aus Fremden Freunde zu machen. Es gibt mittlerweile ein richtiges Stammpublikum, das besonders die spannenden Klezmer-Variationen schätzt.

Weltmusik, Klezmer und Klassik

In dieser Saison dürfen sich die Musikfreunde auf zwei Klezmer- und zwei Klassikbeiträge freuen: Roman Kuperschmidts „Klezmer Musik Band“ ist am Sonntag, 7. April, um 17 Uhr in der Synagoge zu Gast. Große Komponisten mit jüdischen Wurzeln stehen am Jerusalemtag am Sonntag, 2. Juni, um 17 Uhr im Mittelpunkt. Die Pianisten Prof. Ilja Fridman und Ana Fridman präsentieren Werke von Mendelssohn, Rubinstein, Schönberg, Milhaud, Engel und Weinberg. Mit temperamentvoller Weltmusik geht es am Sonntag, 30. Juni, 17 Uhr, weiter: „The String Company“ aus Erfurt serviert einen Mix aus Klezmer aus Osteuropa, Swing und Jazz aus Nordamerika, Liedern auf Russisch und Jiddisch, Celtic-Folk aus Irland, Gypsy-Swing aus Frankreich und Soul aus Skandinavien. Ein spartenübergreifendes Programm, das Virtuosität mit lyrischen Themen sowie Jazz und progressiver zeitgenössischer Musik verbindet, hat das Rheingauer Streichquartett im Gepäck. Die vier Musiker kommen am Sonntag, 3. November, um 17 Uhr nach Recklinghausen.

Spenden sind willkommen

Um in Zeiten von Hasspredigten ein Zeichen für Toleranz und Zusammenhalt zu setzen, wird die Reihe „Treffpunkt Synagoge“ auch diesmal wieder von der Brücke, den Parteien FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie vom Zentralrat der Juden in Deutschland gesponsert. Der Eintritt ist immer frei, Spenden (für die neue Thora) willkommen. Noch mehr Musik gibt es bei der Eröffnung des Abrahamsfestes am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr in der Synagoge. Unter dem Motto „Harmonien des Friedens“ treten der Chor der jüdischen Kultusgemeinde, ein ökumenischer Kirchenchor und der Chor der Yunus Emre Moschee in Marl auf.

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