Tippgeber aus der eigenen Familie

Freund mit Grablampe erschlagen

RECKLINGHAUSEN - Nach der Bluttat auf dem Südfriedhof in Recklinghausen konnte die Polizei noch Donnerstagnacht einen Tatverdächtigen festnehmen. Der Mann stammt offenbar ebenso wie der Getötete aus der rechten Szene. Beide Männer sollen seit Jahren befreundet gewesen sein und sich öfter zum Zechen auf dem Friedhof getroffen haben. Es wurde Haftbefehl erlassen.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilen, handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 18-jährigen Arbeitslosen aus Recklinghausen. Er wurde noch am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht in einer Wohnung in Recklinghausen festgenommen. Wie wir erfuhren, kam der Tipp bei der Polizei offenbar aus der Familie des Tatverdächtigen.

Der junge Mann ist ein langjähriger Freund des Opfers, beide sollen am Tattag alkoholisiert gewesen sein. Bereits vorher hätten sich die beiden Männer auf dem Friedhof zum "Zechen" getroffen haben.

Die Polizei hat festgestellt, dass sowohl der mutmaßliche Täter als auch das Opfer aus der rechten Szene stammen. Beide seien aber "wenig einflussreiche Angehörige" der Szene, sprich: Mitläufer. Einen Hinweis darauf, dass die Tat politisch motiviert sein könnte, gibt es zurzeit nicht.

Bereits kurz nach der Tat war inoffiziell bekannt geworden, dass der 18-Jährige sein Opfer mit einer Grablampe erschlagen habe. Diese Information wurde nun von der Polizei bestätigt. Die Lampe mit Steinsockel wurde am Tatort sichergestellt.

Bei der Rekonstruktion des Tattages wird auch geprüft, ob es einen Zusammenhang mit einem zeitnahen Einbruch in die Friedhofsgärtnerei Hugendiek gibt.

Das 21-jährige Opfer war am Donnerstagabend auf dem Friedhof tot aufgefunden worden. Trotz Großfahndung fehlte bis in die Nacht jede Spur vom Täter. Gegen 18.40 Uhr hatte ein Passant auf einem Verbindungsweg, der durch den östlichen Teil des Friedhofgeländes führt, eine leblose Person aufgefunden. Er alarmierte zunächst die Kreisleitstelle der Feuerwehr. Ob das Opfer zu diesem Zeitpunkt noch lebte, ist unklar. Der Notarzt jedenfalls konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Umgehend wurde deshalb auch die Polizei hinzugezogen. Die Leiche wurde am Freitagvormittag obduziert, um die genaue Todesursache festzustellen, so Staatsanwalt Danyal Maibaum von der Staatsanwaltschaft Bochum.

ZEUGENAUFRUF

Wer Hinweise zu den Tatumständen geben kann, wird gebeten, sich schnellstmöglich an die "MK Südfriedhof" zu wenden. Tel.: 02361/55-0

Da der Passant einen anderen jüngeren Mann vom Tatort hatte wegrennen sehen, leiteten die Beamten sofort eine Großfahndung ein. Ob der Mann allerdings auch der Täter ist, war zu diesem Zeitpunkt noch reine Spekulation.

Rund 50 Kräfte waren dabei im Einsatz. Ein Helikopter suchte die Freiflächen rund um das Gelände ab. Auch die Wasserschutzpolizei schickte eine Besatzung, da der Verdächtige in Richtung Emscher geflüchtet sein soll. Verstärkung gab es zudem von der Autobahnpolizei. Bis in die Nacht hinein fehlte aber jede Spur von dem Flüchtigen.

Zusätzlich wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks angefordert. Sie kümmerten sich um die Logistik, sprich Beleuchtung, Stromversorgung und Aufbau von Zelten für die Ermittler.

Noch am Tatabend wurde eine Mordkommission mit dem Titel „MK Südfriedhof“ eingerichtet.

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