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Die Bretter, die die Ruhrfestspielwelt bedeuten: Der Grundstein für das heutige Theaterfestival wurde allerdings im inzwischen abgerissenen Saalbau gelegt.

Unesco-Liste

Ruhrfestspiele als Immaterielles Kulturerbe?

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RECKLINGHAUSEN - Mehrere Recklinghäuser Bürger wünschen sich, dass die Ruhrfestspiele in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Durch das Theaterfest sei in der Nachkriegszeit der Mythos „Kunst für Kohle“ geprägt worden.

Diese damals gezeigte vielfach gelebte Solidarität zwischen Bergleuten und Theatermachern sei beispielgebend für künftige gesellschaftliche Entwicklungen und daher müsse dieser Gedanke für die Nachwelt bewahrt werden. In einem Schreiben an Bürgermeister Christoph Tesche (CDU) regen die Initiatoren an, dass gemeinsame Anstrengungen unternommen werden müssten, den Ruhrfestspielen den Status eines Kulturerbes zu verschaffen. Es handelt sich um Bürger aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, sie möchten namentlich noch nicht in Erscheinung treten. Sie befürchten, dass ihre Idee politisch zerredet werden könnte.

Die Initiatoren erhoffen sich auch eine Aufwertung und erhöhte Aufmerksamkeit des Festivals, wodurch auch neue Geldgeber gewonnen werden könnten. In diesem Jahr muss der neue Intendant Olaf Kröck mit einer Million Euro weniger als sein Vorgänger Frank Hoffmann auskommen – der Chemie-Konzern Evonik als Hauptgeldgeber hat seine Sponsoring-Aktivitäten neu ausgerichtet.

Nach Ansicht der Initiatoren des Kulturerbe-Vorstoßes war das Werden der Ruhrfestspiele mehr als ein Tauschgeschäft: Die gefährliche Aktion der Bergleute in den Nachkriegsjahren sei gelebte Solidarität gewesen. „Solidarität, Kameradschaft: Werte, die für Bergleute immer besondere Bedeutung hatten und die im Nachhinein von vielen Schauspielern der Ruhrfestspiele auch in den krisenhaft werdenden Zeiten des Bergbaus gelebt wurden“, heißt es in dem Schreiben. Alle zwei Jahre findet eine Bewerbungsrunde für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes statt. Die nächste Bewerbungsperiode wird von April bis Oktober 2019 laufen.

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