+
Gut ausgeleuchtet präsentierte sich die Talkrunde mit (v.l.) Moderator Hermann Böckmann, Stefan Hager, Cord Ole Scharrelmann , Bärbel Bergerhoff-Wodopia und Ruhrfestspiel-Intendant Olaf Kröck.

Wirtschaftsempfang

Wehmut und Zuversicht

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Über den Sinn eines Wirtschaftsempfangs, wie ihn die Stadt Recklinghausen gestern Abend im Saal Kassiopeia des Ruhrfestspielhaus ausrichtete, muss man nicht spekulieren.

Vordergründig geht es um kleine Häppchen, edle Schnittchen und durchaus auch geistige Getränke, aber das alles dient nur dem grundsätzlichen Zweck, dem „Netzwerken“, wie der Bürgermeister das zum Ende seiner Eröffnungsrede nannte. Ob es unter den rund 400 erschienen Gästen letztlich zu Synergie-Wüchsen kam, entzieht sich unserer Kenntnis, doch eines ist sicher: Einen besseren Nährboden kann man kaum finden.

Um exakt 20.06 Uhr hatte Christoph Tesche, der zunächst jedem Gast die Hand geschüttelt und ein gemeinsames Foto angeboten hatte, die Vertreter der Wirtschaft begrüßt, und er hatte sich dabei nicht gescheut, auch ein tagesaktuell heißes Eisen anzufassen. „Ich konnte es kaum glauben, dass erwogen wird, das Kraftwerk Datteln nicht ans Netz gehen zu lassen. Das musste ich doch tatsächlich zweimal lesen“, schildert er seine Verblüffung bei der morgendlichen Zeitungslektüre. Und weiter: „Ich will das gar nicht energiepolitisch bewerten, aber ich frage ganz deutlich: Wo ist denn da die Verlässlichkeit, die uns in Deutschland immer ausgemacht hat?“ Was das offensichtlich geneigte Publikum mit Applaus bedachte.

Dass es in der Folge bei einer von Hermann Böckmann, dem neuen Pressechef der Stadt Recklinghausen, moderierten Podiumsdiskussion, um das Thema Bergbau ging, ist im Jahr des endgültigen Abschieds von der Kohleförderung zweifelsfrei kein Zufall. Auch „Recklinghausen leuchtet“, das am kommenden Freitag angeschaltet wird, widmet sich diesmal dieser Thematik, und die Ruhrfestspiele werden daran ebenfalls nicht vorbeikommen.

Doch bei aller Wehmut über die Schließung des letzten Ruhrbergwerks im Dezember vermittelten die Teilnehmer der Runde auch die Zuversicht, dass niemand ins „Bergfreie“ fällt. Bärbel Bergerhoff-Wodopia versicherte als Vorstand der RAG-Stiftung, dass diese weiter ihre Verpflichtung zur Bildungs- und Kulturförderung wahrnehmen wird. Stefan Hager als Leiter der Standort- und Geodienste beteuerte, dass die RAG nicht zuletzt in Sachen Bergschäden ihren Aufgaben nachkomme. Und Cord Ole Scharrelmann erklärte als Chef eines ehemaligen Bergbau-Zulieferers, dass es ein wirtschaftliches Überleben nach der Kohle gibt.

Und dann war da noch der quicklebendige Olaf Kröck, neuer Intendant der Ruhrfestspiele, der unter anderem ankündigte, der Öffentlichkeit kurz vor Weihnachten ein neues Logo zu präsentieren. Zur Sicherheit würde er dann sofort in den Urlaub fahren, bei eventuellen Beschwerden wüssten ja alle, wie man den Bürgermeister erreiche. Dieser hatte seinen Spaß an dieser Aussicht, und genau um 21.03 Uhr bat er schließlich ans Büffet. Und da wurde dann deutlich: Ein bisschen ging’s eben doch um die Schnittchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Bahn-Pendler in NRW müssen sich komplett umstellen: Neuer VRR-Fahrplan ab dem 15. Dezember
Bahn-Pendler in NRW müssen sich komplett umstellen: Neuer VRR-Fahrplan ab dem 15. Dezember
62-facher Missbrauch in Datteln - nun steht plötzlich der Prozess auf der Kippe
62-facher Missbrauch in Datteln - nun steht plötzlich der Prozess auf der Kippe
Nächster Raubüberfall, wieder mit Machete - diesmal trifft es einen Discounter 
Nächster Raubüberfall, wieder mit Machete - diesmal trifft es einen Discounter 
Nach Diebstahl: Polizei sucht junge Frau mit Foto - auf dem Bild ist sie gut zu erkennen
Nach Diebstahl: Polizei sucht junge Frau mit Foto - auf dem Bild ist sie gut zu erkennen
Küchenbrand an der Friedhofstraße: Besitzer holen Hund selbst aus dem Haus
Küchenbrand an der Friedhofstraße: Besitzer holen Hund selbst aus dem Haus

Kommentare