Der Cineworld-Parkplatz zwischen Hertener Straße und Kemnastraße
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Grüner Zankapfel: der Cineworld-Parkplatz zwischen Hertener Straße und Kemnastraße

Klimaschutz in der Innenstadt

Park statt Parkplätze: Bei diesem Thema sind sich die Grünen selbst nicht grün

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Die Grünen sagen, die Stadt muss grüner werden. „Pocket Parks“ und „Tiny Forests“ sollen für mehr Lebensqualität sorgen. Doch das bringt Konflikte mit sich - sogar in der eigenen Partei.

Der große asphaltierte Parkplatz am Steintor zwischen Kino und Hertener Straße sei ein idealer Standort für einen der neuen „Tiny Forests“, hatte Holger Freitag von den Grünen angeregt. Ihm sei zwar bewusst, dass dies „etwas provokant“ sei, aber – um den Interessen von Automobilfreunden und Innenstadt-Einzelhändlern entgegenzukommen: „Es muss ja nicht der ganze Parkplatz wegfallen. Wir könnten auch mit der Hälfte anfangen.“

Ganz ohne Konflikte werde man in der Sache nicht weiterkommen, ergänzt Grünen-Urgestein Christel Dymke. „Wenn wir unsere Klimaziele und eine Verkehrswende schaffen wollen, geht das nicht mit einem ,Weiter so‘ wie bisher.“ Dass es nun ausgerechnet aus der eigenen Partei Gegenwind gibt, damit hatte Dymke bei der Vorstellung der Idee wohl nicht gerechnet.

„Schreckliche Konsequenzen“ für das Cineworld in Recklinghausen

Denn den Parkplatz vor dem Cineworld-Kino an der Kemnastraße zu begrünen, davon Fraktionsmitglied Thorben Terwort wenig. Der Parkplatz sei ein wichtiger Bestandteil des Kinos, teilt er in einer Stellungnahme mit. Die Fläche in einen Park umzuwandeln, könne für den Betrieb „schreckliche Konsequenzen“ haben.

Debatte in der grünen Fraktion

Als letztes großes Kino im Kreis Recklinghausen sei das Cineworld ein Magnet für Tausende Menschen aller Altersgruppen. Davon profitiere auch die Altstadt. Seinem Fraktionschef wirft Terwort mit Blick auf das Kino indirekt vor, „Politik über die Köpfe der Betroffenen zu machen“. Zudem sei das Cineworld wegen der Coronakrise derzeit in einer besonders schwierigen Situation. Freitag kontert: Terworts Standpunkt sei „kontraproduktiv im Sinne der nötigen Klimaanpassungsmaßnahmen“. Zudem verfüge das Cineworld über eine eigene Tiefgarage. Weitere Stellplätze gebe es in der Nähe.

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