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Nach dem Tod einer Patientin muss sich der behandelnde Arzt wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

Prozess am Amtsgericht 

Patientin stirbt nach Bauch-OP: Arzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Eine 58-jährige Frau ist im Mai 2017 Prosper-Hospital nach einer Bauch-Operation gestorben. Der behandelnde Arzt musste sich deswegen jetzt vor Gericht verantworten.

Die Anklage lautete auf fahrlässige Tötung. Wenige Stunden nach einer eigentlich erfolgreichen OP war es zu schweren Leberfunktionsstörungen bei der Patientin gekommen. Trotz eines zweiten Eingriffs, den eine Kollegin des Mediziners übernommen hatte, starb die Frau noch in der Nacht. 

Mediziner spricht von schwierigem Eingriff

Es sei sehr schwierig, das Operationsfeld im Bauchraum zu überblicken, da die Patientin stark übergewichtig gewesen sei, sagte der angeklagte Arzt im Prozess am Amtsgericht Recklinghausen. Als er vom Tod der Patientin erfahren habe, sei er konsterniert gewesen.

Obduktion bringt Todesursache ans Licht

Noch schlimmer wurde es jedoch, als sich nach der Obduktion herausstellte, woran die Patientin gestorben war. Eine große Lebervene war mit einem Plastik-Clip abgeklemmt worden. Das Organ wurde somit nicht mehr ausreichend versorgt.

Bis heute rätselt der Angeklagte, wie es dazu gekommen ist. „Im Bereich dieser Vene haben wir gar nicht operiert“, sagte er den Richtern. Wohl aber gebe er zu, diese Plastik-Clips zum Abklemmen von Blutgefäßen verwendet zu haben, um Blutungen während des Eingriffs zu verhindern. „Das, was ich abgeklemmt habe, habe ich bei dieser Patientin aber niemals als diese Vene identifiziert“, sagte der Arzt. Die große Lebervene hätte niemals so lange abgeklemmt werden dürfen. 

Amtsgericht Recklinghausen stellt das Verfahren ein

Weil der Mediziner Einsicht zeigte und die Verantwortung für den fatalen Fehler übernahm, stellte das Amtsgericht den Prozess schließlich ein. Innerhalb der nächsten sechs Monate muss der Arzt je 5000 Euro an das Kinder-Palliativzentrum Datteln und die Deutsche Krebshilfe zahlen.      Von Martin von Braunschweig

Zuletzt hatte es einen Skandal gegeben, weil ein Arzt während einer Hirn-OP gefeuert wurde.

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