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Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen beschäftigte sich mit dem Fall des Bandido-Chefs aus Recklinghausen.

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Polizei darf Daten des Bandidos-Chefs speichern - aus diesem triftigen Grund

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Nicht immer darf die Polizei Daten von Tätern wie Tattoos oder Handflächenabdrücke speichern. Beim Bandidos-Chef allerdings gibt es einen triftigen Grund für diese Maßnahme.

  • Die Polizei darf die Daten des 52-jährigen Bandido-Chefs aus Recklinghausen laut Verwaltungsgericht Gelsenkirchen auch zukünftig speichern.
  • Grund dafür sind die vielen Vorstrafen des Rocker-Chefs sowie ständig neue Ermittlungsverfahren und der mangelnde Respekt vor der Rechtsordnung.
  • Der Bandido-Chef kann in einem neuen Verfahren Revision gegen das Urteil einlegen.

Auch zukünftig darf die Polizei die Daten des Bandidos-Chefs speichern. Das hat das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen am Donnerstag bestätigt.

Die Polizei hatte den 52-Jährigen vorgeladen, um ihn für die Zukunft erkennungsdienstlich behandeln zu lassen. Laut Gesetz ist das jedoch nur bei Wiederholungsgefahr erlaubt. Im Fall des Recklinghäuser Rocker-Chefs liegt genau das aus Sicht der Richter jedoch auf der Hand.

14 Vorstrafen gehen auf das Konto des Bandido-Chefs

Denn der Bandidos-Chef hat bereits 14 Vorstrafen auf der Liste stehen, hinzukommen weitere Ermittlungsverfahren: Richter Wolfgang Thewes sprach im Prozess von einem „delinquenten Verhalten“, das schon Jahrzehnte andauere. Von Respekt vor der Rechtsordnung könne keine Rede sein.

Doch nicht allein Verurteilungen rechtfertigen eine Speicherung von Daten wie Fotos, Tattoos und Handflächenabdrücke der Wiederholungstäter. Auch ständig neue Ermittlungsverfahren sind ein weiterer Grund.

Bandido-Chef hat Bewährungen durchgestanden

In Recklinghausen sei die Lage aus Sicht von von Anwalt Lars Volkenborn allerdings ziemlich ruhig. Der Bandidos-Chef habe alle Bewährungen durchgestanden, viele der zurückliegenden Ermittlungsverfahren hätten auf einem hässlichen Rosenkrieg beruht.

Die Polizei hat am Ende auf ein erneutes Erscheinen des 52-Jährigen auf dem Präsidium verzichtet, will dafür aber früher erhobene Daten nun dauerhaft speichern. Gegen diese Maßnahme könnte sich der Rocker-Chef in einem neuen Verfahren wehren. Laut Richter Thewes dürfte dieser Schritt aber ohne Aussicht auf Erfolg sein.

Wegen einer folgenschweren Prügelei müssen vier Bandidos-Rocker hohe Haftstrafen verbüßen. Eines der Opfer wird für immer ein Pflegefall sein. Schließlich hat auch der fünfte Angeklagte vor Gericht sein Schweigen gebrochen: "Er fiel einfach um. Wie ein Baumstamm. Ich dachte, der ist tot.“

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