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Einem Postbank-Kunden sind mehrere Tausend Euro gestohlen worden.

Rund ein Dutzend Anzeigen liegen vor

Postbank hat nach mutmaßlicher Geldautomaten-Manipulation reagiert

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Ein Postbank-Kunde ist mehrerer Tausend Euro bestohlen worden. Nun hat die Bank das Geld zurückerstattet.

  • Betrüger haben mehrere Tausend Euro von Sparkonto eines Postbank-Kunden abgebucht
  • Polizei vermutet Betrugsverfahren des "Skimmings" dahinter
  • Nun hat die Postbank einem Kunden das Geld zurückerstattet.

Update, 13. März, 15.30 Uhr: Postbank-Kunde Markus Stera hat in dieser Woche eine positive Nachricht erhalten: Nach fast fünf Wochen hat die Postbank die 3788 Euro, die mutmaßliche Betrüger von seinem Konto aus Italien abgebucht haben, zurückerstattet. Ebenfalls eine neue EC-Karte hat der Postbank-Kunde nun erhalten.

Postbank-Kunde hat wochenlang nichts von der Filiale in Recklinghausen gehört

„Ich bin sehr erleichtert, dass ich trotz der aktuell schlechten Nachrichtenlage durch den Virus eine positive Meldung erhalten habe“, sagte Markus Stera. Er bedankte sich in der Redaktion für die berichterstattende Begleitung. „Von der Postbank hab ich wochenlang gar nichts gehört, aber so hatte ich zumindest von der Zeitung immer einen aktuellen Stand. Ohne Ihre Hilfe hätte sich sicherlich bis heute nichts getan", so Stera. 

Recklinghäuser hat Konsequenzen gezogen

Der 44-jährige Recklinghäuser hat Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen: Die Bank werde er vorerst nicht wechseln, obwohl er in den vergangenen Wochen noch fest entschlossen war. "Stattdessen werde ich den Geldautomaten an der Martinistraße nicht mehr nutzen, sondern nur noch den Schalter in der Postbank aufsuchen", sagt Markus Stera.

Vollkommen abschließen kann der Kunde allerdings erst, wenn die Postbank auch einer weiteren Geschädigten ihr verlorenes Geld zurückerstattet. „Ich bin aber hoffnungsvoll, dass das in nächster Zeit geschehen wird.“

Update, 26. Februar, 17 Uhr:

Ein Sprecher der Postbank äußert sich zu den Vorwürfen, demnach die Postbank eine mögliche Manipulation der Geldautomaten gegenüber 24Vest.de verheimlichen würde. Die Postbank habe bis heute keine Hinweise einer Manipulation an dem betroffenen Geldautomaten feststellen können", sagt Ralf Palm, Sprecher der Postbank, am Mittwoch. Allerdings hat die Postbank genau diese Manipulation gegenüber einer Kundin in einem Schreiben offen zugegeben.

"Weitere Analysen und Auswertungen der Karteneinsätze können dennoch den Schluss zulassen, dass ein Geldautomat am Ende manipuliert worden ist", teilt der Sprecher weiter mit.

Betroffene Kunden sollten Karte sperren und Anzeige erstatten

Sofern die Postbank den Hinweis auf eine Manipulation erhalte, würden sie die betreffenden Karten sperren, sich mit dem betroffenen Kunden in Verbindung setzen und ihn mit neuen Karten ausstatten. Sollte es zu einem Kartenmissbrauch gekommen sein, so müsste der Kunde seine Karte sperren, Anzeige bei der Polizei erstatten und im Anschluss eine Aufnahme und Prüfung des Schadenfalls bei der Bank vornehmen. „In diesem Zusammenhang klären wir dann auch die Schadenregulierung“, so der Sprecher.

Update, 26. Februar, 12.26 Uhr:

In einem Schreiben gegenüber einer Kundin spricht die Postbank offen von einer Manipulation des Geldautomaten. „Ein von ihnen genutzter Geldautomat wurde manipuliert“, heißt es darin. 

Der Redaktion von 24Vest.de liegt dieses Schreiben vom 10. Februar vor. Darin ist die betroffene Kundin darüber informiert worden, dass ihr in den nächsten Tagen eine neue Postbank SparCard sowie eine neue Geheimzahl zugesandt wird. 

Manipulation war Postbank Recklinghausen bekannt

Ebenso am 10. Februar hat Markus Stera bei der Postbank vermeldet, dass auch von seinem Konto tagelang Geldsummen im dreistelligen Bereich abgebucht worden sind. „Zu diesem Zeitpunkt war der Bank die Manipulation also bereits bekannt“, sagt Markus Stera. Erschreckend sei, dass die Postbank ihm gegenüber angab, es sei eben keine Manipulation bekannt. Ebenfalls eine Warnung an andere Kunden habe es nicht gegeben.

Update, 21. Februar:

Wie ein Sprecher der Postbank am Freitag mitteilte, habe die Bank bisher keinen Betrugsversuch an dem betreffenden Automaten feststellen können. "Allerdings finden unsererseits derzeit noch weitere Analysen und Untersuchungen statt“, so der Sprecher. 

Auch die Polizei bestätigt einen definitiv manipulierten Automaten nicht. Fakt ist allerdings, dass etliche Anzeigen betroffener Kunden vorliegen, denen Geld aus dem Ausland abgebucht worden ist. 

Skimmingopfer haben Anspruch auf Erstattung

„Skimmingopfer haben gegenüber ihrer Bank einen Anspruch auf Erstattung des entstandenen Schadens", teilt Christian Urban, Leiter der Gruppe Finanzen und Versicherungen von der Verbraucherzentrale mit. Das gelte für Girocards, besser bekannt als EC-Karten, und aus Sicht der Verbraucherzentrale auch für Sparkarten. "In der Regel sind zahlreiche Kunden betroffen und die Abbuchung erfolgt im Ausland, sodass der Bank bekannt sein muss, dass es sich um eine Skimmingattacke handelt", sagt Urban.

Betroffene Kunden sollten Bank-Karte sofort sperren

Wenn die Bank die Erstattung des Gelds verweigern sollte, bleibe wohl nur die Beauftragung eines Rechtsanwaltes, so Urban. Kunden, die verdächtigte Transaktionen auf ihrem Konto bemerken, sollen laut Postbank wie folgt vorgehen: Die Bank-Karte sollte unverzüglich gesperrt und dann Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Im Anschluss sollte der Kunde eine Schadensmeldung bei der Bank mit Kopie der Polizei-Anzeige abgeben.

Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale würden die Institute die betroffenen Summen relativ unproblematisch erstatten.

Erstmeldung, 20. Februar:

Demnach sind insgesamt 4000 Euro von dem Sparkonto von Markus Stera abgebucht worden. Der 44-jährige Recklinghäuser ist Inhaber einer sogenannten SparCard, einem digitalen Sparkonto bei der Postbank. Er reagierte sofort und ließ seine EC-Karte sperren.

Dann erstattete er Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt. Wie er später in der Filiale an der Martinistraße erfahren hat, haben Betrüger regelmäßig dreistellige Summen von seinem Konto abgehoben. Allerdings nicht an dem Automaten in Recklinghausen, sondern von einem Automaten in Verona in Norditalien aus.

Unbekannte haben dreistellige Summen gestohlen

"Die Betrüger haben an mehreren Tagen Geld in 250- bis 500-Euro-Schritten von meinem Konto abgehoben", sagt Markus Stera. Dies sei anhand der Kontoauszüge, die ihm ein Mitarbeiter der Postbank aushändigte, zu erkennen.

Der 44-Jährige haben daraufhin eine Schadensmeldung bei der Postbank unterschrieben. Dann gingen fast zwei Wochen ins Land. "In dieser Zeit habe ich vonseiten der Postbank keinerlei Antworten auf meine Mails bekommen, wie es denn nun weitergehe. Das ist sehr ärgerlich", so der Kunde. Auch Geldabheben ist seitdem für den Kunden von diesem Konto nicht mehr möglich.

Polizei informiert über weitere Geschädigte in Recklinghausen

Am gestrigen Mittwoch (19.2.) habe er dann einen Anruf von der Polizei erhalten. Demnach habe es bereits mehrere Geschädigte in Recklinghausen gegeben", erzählt der Betroffene. "Darüber hätte mich die Postbank ruhig mal informieren können."

Wie die Polizei ihm mitteilte, seien der Postbank-Automat an der Martinistraße und weitere allgemeine Postbank-Geldautomaten manipuliert worden, sodass Betrüger Daten wie die PIN-Nummer der Kunden auslesen und zwecks Abbuchungen nutzen konnten.

Automaten auch außerhalb von Recklinghausen betroffen

"Durch das Internet habe ich von weiteren manipulierten Automaten der Postbank auch in anderen Städten erfahren", sagt der Kontoinhaber. Deshalb möchte ich nun weitere Kunden bei der Postbank warnen." 

Die Postbank hat im Laufe des Freitags eine Stellungnahme angekündigt.

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In Recklinghausen drückte sich am frühen Donnerstag ein Autofahrer vor einer Polizei-Kontrolle. Wenig später fand die Polizei den verunfallten Wagen wieder.

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