Seit 2008 ist Jürgen Quante Propst von St. Peter. Im September geht er in den Ruhestand.
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Seit 2008 ist Jürgen Quante Propst von St. Peter. Im September geht er in den Ruhestand.

Rück- und Ausblick vor dem Wechsel

Propst Jürgen Quante: „Ich verzweifle nicht an der Kirche, ich verzweifle manchmal an Menschen“

  • Silvia Seimetz
    vonSilvia Seimetz
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Anders als Kardinal Woelki hat Propst Jürgen Quante nie um den heißen Brei geredet, wenn es um den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche geht.

Im September verlässt Propst Jürgen Quante die Gemeinde St. Peter und geht in den Ruhestand. In den 13 Jahren seiner Amtszeit leitete er große Umwälzungen in der Stadt, führte 20 Gemeinden zu drei Großpfarreien zusammen. Doch mehr als diese lokalen Ereignisse beschäftigen Christen in der Stadt übergreifende Kirchenthemen wie sexualisierte Gewalt durch pädaophile Priester aber auch der Wandel des Priesteramtes. Quante bezog dazu immer Stellung, forderte Aufklärung und Fortschritt.

„Auf Dauer muss sich das Priestertum ändern“

„Auf Dauer muss sich das Priestertum ändern. Aktuell werden in Münster nur noch fünf Priester ausgebildet – für zwei Millionen Katholiken“, sagt Quante im ausführlichen Interview, das am Montag, 15. März, in der Recklinghäuser Zeitung erscheint. Er selbst unterstützte immer die Frauenbewegung in der Kirche. Ob er selbst diese Änderungen noch erleben wird? „Wenn ich das wüsste, würde ich den Nobelpreis für Pastoraltheologie bekommen“, meint der Propst dazu.

Missbrauchsfälle vollständig aufklären

Mit einer großen Informationsveranstaltung im Petrushaus hatte der Kreisdechant bereits 2010 auf den Missbrauchsskandal reagiert. Kirche müsse sich den Fragen stellen, hatte er damals betont. „Seitdem zieht sich das grausige Missbrauchsthema durch meine ganzen Jahre in Recklinghausen.“

Sich von Bischof Lettmann zu distanzieren, sei ahistorisch

Allerdings distanziert Quante sich ausdrücklich von der Kritik an dem verstorbenen Bischof Reinhard Lettmann, von dem er selbst 1978 zum Priester geweiht wurde: „Sich nun posthum von Lettmann zu distanzieren, ist ahistorisch. Er hat in seiner Zeit gehandelt, wie viele Bischöfe gehandelt haben. Nicht, um sich zu drücken, sondern weil man es damals nicht besser wusste“, betont Quante: „Lettmann danach zu beurteilen, was wir heute über die Folgen von Pädophilie und Missbrauch wissen, ist nicht angemessen.“

Das ganze Interview lesen Sie heute (15.3.) im ePaper und der Printausgabe der Recklinghäuser Zeitung.

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