Am 20. September hat es den schweren Unfall mit einer Toten an der Bushaltestelle Paulusstraße gegeben.
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Am 20. September hat es den schweren Unfall mit einer Toten an der Bushaltestelle Paulusstraße gegeben.

Angeklagter scheitert mit Revision

Prozess um Haltestellen-Drama mit einer Toten findet ein Ende - mit diesem Ergebnis

Der angeklagte Familienvater aus Herten ist mit einer Revision beim Bundesgerichtshof gescheitert. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig.

  • Nach Autofahrt in Menschenmenge 2018 ist Urteil rechtskräftig
  • Angeklagter muss drei Jahre ins Gefängnis
  • Verteidiger haben zuvor Revision eingelegt

Nach der dramatischen Autofahrt in eine Menschenmenge an der Hertener Straße am 20. September 2018 mit einer Toten hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt das Urteil gegen den Unfallfahrer als rechtskräftig bestätigt. 

Das Verteidiger-Duo um Jens Tuschhoff und Siegmund Benecken hatte somit erfolglos Revision eingelegt, um eine noch mildere Strafe für den Familienvater aus Herten zu erkämpfen. 

Angeklagter aus Herten muss drei Jahre ins Gefängnis

Das Bochumer Schwurgericht hatte den 34-Jährigen am 27. September 2019 wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft plus einer vierjährigen Führerschein-Sperre verurteilt. 

Die Richter waren nach mehreren Monaten Verhandlung davon überzeugt, dass der psychisch vorerkrankte Autofahrer bei voller Schuldfähigkeit die Kontrolle über seinen Ford Focus verloren hat. Er war demnach mit Tempo 37 an der Haltestelle Paulusstraße in „zufällig und schicksalhaft“ dort an dem Wartehäuschen stehende und sitzende Passanten gefahren. Eine Seniorin (88) verunglückt tödlich.

34-Jähriger ist aus Psychiatrie entlassen worden

Vom ursprünglichen Mordvorwurf durch Verwenden eines Autos als Waffe war die Staatsanwaltschaft abgerückt. Der 34-Jährige war auch bereits während des laufenden Prozesses aus der Psychiatrie entlassen worden. Sechs Monate sind ihm daher anzurechnen. Zu Beginn des Prozesses sprach der Familienvater noch davon, Stimmen gehört zu haben.

Da der Familienvater „absichtlich und im vollen Bewusstsein“ vor Fahrtantritt Schlafmittel eingenommen habe, sei das Geschehen aber vergleichbar mit einem tödlichen Unfall durch einen betrunkenen Autofahrer gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Seit Anfang des Jahres sind in Recklinghausen 20 bis 30 Scheiben an Bushaltestellen zu Bruch gegangen. Die Polizei bittet Bürger, die Augen offen zu halten. Kürzlich kam eine weitere beschädigte Bushaltestelle in Stuckenbusch hinzu.

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