Am Landgericht Bochum geht es derzeit um räuberische Erpressung.
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Am Landgericht Bochum geht es derzeit um räuberische Erpressung.

Morddrohungen im Drogenmilieu

Prozessauftakt um räuberische Erpressung: Angeklagter erscheint in Badeschlappen

  • Werner von Braunschweig
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Einen ungewöhnlichen Auftritt gab es am Donnerstag, 7. Januar, am Bochumer Landgericht. Ein angeklagter Recklinghäuser (27) erschien zum Prozessauftakt in Socken und Badeschlappen.

Im Prozess vor der 12. Strafkammer geht es um eine mutmaßliche räuberische Erpressung im Drogenmilieu. Der Vorfall geht zurück auf den 24. Juli 2018. Weil ein Drogenabhängiger am Rande einer Polizeikontrolle kalte Füße bekommen und seinen Dealer verraten hatte, sodass anschließend in dessen Wohnung 100 Gramm Marihuana beschlagnahmt werden konnten, sollen der Angeklagte und ein mutmaßlicher Komplize (28) dem „Verräter“ auf die Pelle gerückt sein.

Angeklagte sollen mit Mord gedroht haben

Laut Anklage gehörte das sichergestellte Marihuana nämlich dem 27-jährigen Angeklagten, der daraufhin beschlossen haben soll, „den Verlust gewaltsam einzutreiben“. In einer Wohnung an der Farnstraße sollen die beiden Angeklagten das mutmaßliche Opfer erst verprügelt, mit einem Klappmesser bedroht, Morddrohungen ausgestoßen und schließlich 3000 Euro als Ausgleich für das verlorenen gegangene Marihuana gefordert haben.

Trio soll Verräter zur Geldabholung gezwungen haben

Weil der angebliche Verräter aber zunächst nur 25 Euro Bargeld und sein Handy übergeben konnte, soll das Trio kurz danach zur Sparkassenfiliale an der Overbergstraße gefahren sein. Dort hob das mutmaßliche Opfer laut Staatsanwaltschaft weitere 550 Euro von seinem Konto ab und übergab davon 500 Euro an die Angeklagten. Im weiteren Verlauf soll es dem Drogenabhängigen dann gelungen sein, aus der brenzligen Situation zu entkommen.

Angeklagte berufen sich auf Schweigerecht

Zum Prozessauftakt beriefen sich die beiden Angeklagten aus der Südstadt über ihre Verteidiger Hans Reinhardt und Jörn Dieker jeweils auf ihr Schweigerecht, wollen frühestens im weiteren Verhandlungsverlauf etwas zu den Vorwürfen sagen. Auch von dem mutmaßlichen Opfer gab es beim Prozessauftakt nichts zu hören. Der Mann hatte sich laut Gericht früh morgens kurzfristig mit „Corona-Symptomen“ krankgemeldet. Für den Prozess sind vorerst noch drei weitere Sitzungstage bis zum 19. Januar anberaumt.

Im Missbrauchsprozess um den Angeklagten Lars H. fordern dessen Verteidiger nun, das Schnarchen Marvins zu überprüfen.

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