Hier hätte das Reh eigentlich liegen sollen.
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Wildunfall in Recklinghausen: Hier hätte das Reh eigentlich liegen sollen.

Strafbare Handlung

Jagdgesetz ist eindeutig: Reh-Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt

  • Ralf Wiethaup
    vonRalf Wiethaup
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Wer am Straßenrand überfahrenes Wild findet, darf es noch lange nicht mitnehmen. Das Bundesjagdgesetz ist eindeutig.

  • Nach einem Wildunfall darf man das tote Tier nicht einfach mitnehmen.
  • Im Moment kommt es wieder häufig zu Zusammenstößen mit Wild.
  • Das Bundesjagdgesetz geht im Falle des Diebstahls von Jagdwilderei aus.

Für Willi Isselstein war es nur der jüngste Fall in einer Reihe von vergleichbaren Vorfällen in letzter Zeit. In der Nacht zum 6. Juni wurde der Jagdpächter einmal von der Polizei darüber benachrichtigt, dass es einen Wildunfall in seinem Revier gegeben habe – an der Röllinghäuser Straße zwischen der Auffahrt zur A2 und der Merveldtstraße. 

Recklinghausen: Wild wechselt gerade rege

Überraschend kam das nicht für Willi Isselstein: „Da jetzt gerade die Wiesen frisch geschnitten wurden und auch der Mais schon kräftig wächst, wechseln die Rehe nachts gerne mal aus ihren Einständen in den nahegelegenen Busch- und Heckenanpflanzungen auf die Wiesen- und Maisflächen, um dort zu äsen. Meist überqueren sie dann die Straßen an Stellen, wo sich seit vielen Jahrzehnten alte Wildwechsel befinden.“ Und da nützten dann auch die aufgestellten Warnschilder für Wildwechsel und die Tempo-70-Schilder wenig, erklärt er weiter, da bereits Unfälle mit 20 bis 30 Kilometer pro Stunde meist tödlich enden würden.

Recklinghausen: "Totes Reh wurde geklaut" 

Die Polizei hatte den Unfall vor Ort aufgenommen und die Unfallstelle vorbildlich mit einem gelben Pfeil am Straßenrand und dem Wort „Reh“ gekennzeichnet. Willi Isselstein hörte davon, als er morgens gegen 6 Uhr seine Handy-Mailbox abhörte, er fuhr umgehend zur Unfallstelle und fand – nichts. Zusammen mit seinem Hund untersuchte er die unmittelbare Umgebung, allerdings erfolglos. Für ihn steht fest: „Hier hatte kein Fuchs das tote Reh weggeschleift. Es wurde vom Straßenrand geklaut.“ 

Recklinghausen: Das Gesetz versteht keinen Spaß

Und in der Tat lässt das Gesetz keinen Zweifel daran, dass das, was dort passiert ist, eine Straftat darstellt. Es handelt sich – genauer gesagt – um sogenannte Jagdwilderei. Tatsächlich war das Reh im vorliegenden Fall erst einmal herrenlos, es gehörte nicht einmal dem Jagdpächter. Aber im Bundesjagdgesetz heißt es: „Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sich anzueignen.“ Und weiter: „Das Recht zur Aneignung von Wild umfasst auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild (...) sich anzueignen.“ 

Das bedeutet: Dem Jagdpächter gehört das Wild zwar nicht, aber er hat das ausschließliche, also alleinige Recht, sich das Wild anzueignen. Und derjenige, der das Reh an der Röllinghäuser Straße mitgenommen hat, hat Jagdwilderei begangen. Und da versteht das Gesetz keinen Spaß: „Wer eine Sache, die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet (...), wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

In der Fußgängerzone in Herten hat ein Bienenschwarm am Samstag (13. Juni) für Aufregung gesorgt.

In Recklinghausen marschierten Corona-Skeptiker durch die Stadt.

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