Ein Rentner legt zum Prozessauftakt in Bochum ein Geständnis ab.
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Ein Rentner legt zum Prozessauftakt in Bochum ein Geständnis ab.

Prozessauftakt am Bochumer Landgericht

Rentner (73) gesteht Kindesmissbrauch - Anklage geht von 22 Übergriffen aus

Ein 73-Jähriger gesteht zum Prozessauftakt, sich an zwei minderjährigen Mädchen einer alleinerziehenden Bekannten aus Grullbad vergriffen zu haben.

  • Rentner gesteht Kindesmissbrauch vor Gericht
  • Anklage geht von 22 Übergriffen aus
  • Prozess wird fortgesetzt

„Ich war einsam und alleine“, erklärte der verwitwete Senior am Dienstag beim Prozessauftakt am Bochumer Landgericht. Die Anklageschrift schildert insgesamt 22 sexuelle Übergriffe im Zeitraum von Januar 2017 bis September 2018. Im Fall Marvin K. ist von mehr als 400 sexuellen Vorfällen die Rede.

Tatort soll jeweils die Wohnung der 41-jährigen Mutter der zwei Mädchen (heute 14 und 15) in Grullbad gewesen sein. Der Senior hatte die Frau nach dem Tod seiner eigenen Ehefrau kennengelernt und sich nach eigenen Angaben anschließend auch viel um die Familie gekümmert.

Mindeststrafe von zwei Jahren Haft möglich

Die Staatsanwaltschaft stuft mindestens einen der Vorfälle mit Blick auf die Intensität als so schwerwiegend ein, dass eine Mindeststrafe von zwei Jahren Haft im Raum steht. Dass es einen ähnlichen Übergriff gegeben hat, räumte der 73-Jährige zwar ein, die vorgeworfene Intensität stritt er jedoch ab.

Der Vater der Kinder habe nur im Bett gelegen und geschlafen. Als er weggezogen sei, habe sich der Rentner in der Nähe der Schülerinnen offenbar nicht mehr immer unter Kontrolle gehabt. Es sei zu Streicheleinheiten und Berührungen im Intimbereich gekommen. Zuerst bei der damals 13-Jährigen, später auch bei der ein Jahr jüngeren Schwester. 

Schülerin aus Recklinghausen hat sich Vater anvertraut

Zur Strafanzeige war es gekommen, nachdem eine der Schülerinnen sich bei einem Besuch dem Vater anvertraut hatte. Der Prozess wird fortgesetzt. Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie am Mittwoch, 22. Juli, in unserem E-Paper. 

Zwei Datenspeicherspürhunde aus Recklinghausen haben bei den Ermittlungen rund um die Kindesmissbrauchsfälle in Münster gute Arbeit geleistet.

Von Werner von Braunschweig

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