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Den Aluhut trägt er nur zum Spaß, die aktuelle Entwicklung hält er für brandgefährlich: Sebastian Bartoschek erforscht Verschwörungstheorien.

Corona-Krise und die Folgen

Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur - das sagt ein Psychologe aus Recklinghausen dazu

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Die Corona-Krise veranlasst Verschwörungstheoretiker dazu, krude Botschaften im Internet und auf der Straße zu verbreiten. Ein Psychologe aus Recklinghausen beobachtet das mit Sorge. 

  • Sebastian Bartoschek hat zum Thema Verschwörungstheorien promoviert 
  • Experte warnt vor zunehmender Radikalisierung der Menschen 
  • Psychologe plädiert für eine öffentliche Gegenrede

Bei sogenannten "Hygiene-Demos" wurden Botschaften wie diese in den vergangenen Tagen im ganzen Land massenhaft in Umlauf gebracht: Das Coronavirus existiere gar nicht, behaupten Verschwörungstheoretiker. Einer, der sich diese Entwicklung mit wachsender Sorge betrachtet, ist Sebastian Bartoschek aus Recklinghausen. Vor sieben Jahren hat der Psychologe, der am Theodor-Heuss-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, zum Thema Verschwörungstheorien promoviert.

Prominente rufen in sozialen Medien zum Widerstand auf

Oft werden die kruden Theorien belächelt, aber Bartoschek warnt davor, sie auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ich halte das für brandgefährlich. Wir sehen Menschen, die sich immer weiter radikalisieren." Dass Prominente mit großer Reichweite in sozialen Medien schon zum gewaltsamen Widerstand aufrufen, macht ihm Sorgen. "Die Erfahrung lehrt, dass irgendwann jemand Gewalt ausübt."

Experte sieht "klassische antisemitische Motive"

Dass gerade die Corona-Pandemie Verschwörungstheoretiker auf den Plan ruft, hat laut Bartoschek mehrere Gründe. "Es betrifft die persönliche Gesundheit, ist komplex und global und es ist viel Zufall im Spiel. Alle drei Faktoren begünstigen Verschwörungstheorien." Weniger zufällig seien die typischen Feindbilder, jüdische Milliardäre wie George Soros, Bill Gates oder die Rothschilds, die angeblich die Geschicke der Welt lenken. "Das sind klassische antisemitische Motive", sagt Bartoschek. Doch wie kann man reagieren, wenn einem derartige Theorien begegnen? "Auf keinen Fall sollte man Verschwörungstheorien unwidersprochen stehenlassen, besonders wenn sie öffentlich geäußert werden", sagt Sebastian Bartoschek. Er plädiert für eine konsequente Gegenrede

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Auf Flugblättern verbreiten unbekannte Verfasser Verschwörungstheorien und krude Behauptungen. Die Polizei ist informiert.

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