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Ab Donnerstag können Schüler der Abschlussklassen wieder zur Schule gehen.

Schulleiter kritisieren Landesregierung

Zum Experiment Schulöffnung sind noch viele Fragen offen

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Mitten in der Corona-Pandemie gehen Schüler der Abschlussklassen ab Donnerstag wieder zur Schule. Die Schulleiter müssen vorsorgen, vermissen aber einen Plan des Ministeriums.

  • Ab Donnerstag können Schüler der Abschlussklassen wieder zur Schule gehen
  • Recklinghäuser Schulleiter müssen Pläne entwickeln, um die Infektionsgefahr einzugrenzen
  • Vom Ministerium fühlen sie sich dabei alleingelassen.

Abstandsregeln, Personalplanung, Auswahl und Herrichtung der Klassenräume, Hygienepläne - die Liste der Aufgaben ist lang für die Schulen, die innerhalb weniger Tage die Schulöffnung mitten in der Corona-Pandemie organisieren sollen. Denn schon ab Donnerstag können die Schüler der Abschlussklassen wieder zur Schule gehen. 

Noch sind viele Fragen offen. „Wir wären froh, wenn es mehr Informationen gäbe“, sagt Michael Rembiak, Schulleiter des Gynmasium Petrinum. „Aber wir wissen auch nicht mehr als die Öffentlichkeit.“ 

Coronavirus: Wer zählt zur Risikogruppe? 

Nicht eindeutig definiert seien etwa die zu schützenden Risikogruppen. Bezüglich einer schwangeren Kollegin gebe es keinerlei Handlungsanweisung. „Das kann ich nicht verantworten“, so Rembiak. Deshalb habe er selbst entschieden, dass die Kollegin zu Hause bleiben darf. 

Auch besorgte Anfragen von vorerkrankten Schülern habe er schon erhalten, berichtet Schulleiter Christian Passerah vom Marie-Curie-Gymnasium. „Und was ist, wenn jemand mit seiner kranken Mutter zusammenlebt?“ 

Corona-Krise: Abstandsregeln müssen eingegahlten werden

Die größte Herausforderung sieht er aber in der Einhaltung der Abstandsregeln. „Wir müssen erst mal Räume finden, die groß genug sind.“ Viele Räume in der Schule seien mit ausreichendem Abstand nur für Gruppen von sechs bis neun Schülern geeignet. Auch die Flure seien nicht übermäßig breit.

Lösungen sollen Anfang der kommenden Woche bei einer Ortsbegehung mit Vertretern der Stadt besprochen werden. Dann werden unter anderem Checklisten für die Raumnutzung erstellt und Zugangsregelungen besprochen. Auf den Schulhöfen ist eine Einteilung in Zonen möglich, um die Schülergruppen zu trennen. Dazu werden alle Sanitärbereiche überprüft und der Reinigungsplan erweitert.

Lehrer aus Recklinghausen stellt Praxistauglichkeit infrage

Ein „Experiment“ nennt Passerah die politische Entscheidung der Landesregierung. „Ich frage mich, wie viele Leute aus der Praxis daran mitgewirkt haben“, fragt Michael Rembiak rhetorisch. „Ich stelle die Praxistauglichkeit infrage.“ 

Den Schulen bleibt aber keine Wahl - anders als den Schülern, denn das Angebot ist freiwillig. „Jeder muss selbst überlegen, ob es das Risiko wert ist“, sagt Helke Waterfeld, Schulleiterin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. 

Auch in Waltrop gibt es noch viele ungeklärte Fragen, bevor die Schule wieder öffnet. 

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