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Die Stadt ruft Bürger dazu auf, ein wachsames Auge auf Stolpersteine wie jene an der Bochumer Straße zu haben.

Stolpersteine besprüht

Bürgermeister spricht von einer "Schande"

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RECKLINGHAUSEN - Vor Tagen besprühten Unbekannte die Stolpersteine auf der Bochumer Straße mit Farbe. Die Stadt reagiert - auch mit Informationen zu den Menschen, an die die Steine erinnern sollen.

Mittlerweile ist die schwarze Farbe verschwunden. Die Kommunalen Servicebetriebe Recklignhausen haben die Stolpersteine vor dem Haus Bochumer Straße 137 gereinigt.

Bürgermeister Christoph Tesche reagierte mit „Entsetzen und Verärgerung“ auf die abermalige Schändung der Stolpersteine: „Wer Stolpersteine besudelt, der beleidigt damit mehr als sechs Millionen Menschen, die Opfer des Naziregimes geworden sind. Das ist eine echte Schande.“ Der Erste Beigeordnete Georg Möllers rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit aus: „Die Stolpersteine sind ein wichtiger Teil unserer Gedenkkultur in der Stadt. Ich kann alle Recklinghäuserinnen und Recklinghäuser nur auffordern, ein Auge auf die Steine zu haben.“

Erst Ende September hatten Unbekannte dieselben Steine mit einer Folie beklebt. Auf ihr standen die Namen von Frauen, die mutmaßlich Opfer von Gewalttaten wurden, die Flüchtlinge begangen hatten.

Im Haus Bochumer Straße 137 wohnte einst die jüdische Familie Menschenfreund. Vater Julius, Mutter Berta und Tochter Mia wurden in Konzentrationslagern ermordet. Nur Sohn Dagobert überlebte den Holocaust. Er wanderte in die USA aus, wo er eines natürlichen Todes starb. Informationen zur Familie Menschenfreund und anderen Recklinghäuser Opfern der Naziherrschaft hat die Stadt in ihrem Online-Gedenkbuch gesammelt. Die Informationen zur Familie Menschenfreund liegen als Kopien kostenlos in der Buchhandlung "Bücherforum" aus, die sich im Erdgeschoss des früheren Wohnhauses der Familie befindet.

In Recklinghausen erinnern 17 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig an Opfer des Nationalsozialismus.

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