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Arne Schuch (links) und Martin Jentsch haben 100 Visiere an das Prosper-Hospital übergeben.

Corona-Krise in Recklinghausen

Helfer gesucht: So beheben innovative Techniker den Mangel an Schutzmaterial

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Viele Tüftler vernetzen sich, um den Mangel an Schutzkleidung zu beheben. Sie produzieren Spuckschutze mit dem 3-D-Drucker und können sich vor Aufträgen kaum retten.

  • Neu gegründetes Projekt aus Technikern stellt Schutzmaterial aus dem 3-D-Drucker her
  • Auftragnehmer ordern derzeit Tausende Visiere
  • Unterstützer für Produktion, Auslieferung oder Koordination dringend gesucht

Maker vs Virus“ (Bastler gegen das Virus) heißt das Projekt, das erst vor zwei Wochen ins Leben gerufen wurde. Ingenieure, Hochschulmitarbeiter, Firmen und Hobby-Tüftler, die freie Kapazitäten haben, vernetzten sich dabei über das Internet, um dem Engpass an Schutzmaterialien entgegenzuwirken. Sie produzieren nun eben jenes Schutzmaterial mit dem 3-D-Drucker.

Recklinghäuser koordinieren das Projekt für den Kreis

Auch mehrere Recklinghäuser Firmen und Privatleute machen mit. Die Recklinghäuser Arne Schuch und Martin Jentsch koordinieren die Aktivitäten im „Hub“, der Ortsgruppe, für den Kreis Recklinghausen. 

Die Techniker stellen vornehmlich Visiere her, dem Personal in Krankenhäusern und Arztpraxen als „Spuckschutz“ gegen die Tröpfcheninfektion dienen sollen. Sie bestehen aus einem Stirnreif und einer gebogenen PET-Folie, die als Bausatz zur Selbstmontage ausgeliefert werden.

Prosper-Hospital in Recklinghausen ist Auftraggeber

Der Bedarf sei riesig, berichtet Schuch. Gerade habe 100 Visiere an das Prosper-Hospital ausgeliefert. Es gebe aber Anfragen von Unikliniken und Testzentren, die Tausende Visiere ordern. Noch seien solche Größenordnungen nicht machbar, „aber wir suchen permanent nach Möglichkeiten, wie wir mehr und schneller produzieren können“, sagt Schuch. 

Maker vs. Virus wollen bis zu Tausende Visiere pro Tag anfertigen - Unterstützung aus Recklinghausen

Der Druck eines Visiers dauere im 3-D-Druck zwei Stunden. Schneller geht es mit einem sogenannten Lasercutter. Ein Lasersinter-Drucker könne sogar bis zu 500 Stück in 18 Stunden produzieren. „Wir haben ein paar Betriebe gewinnen können, die das machen. Damit können wir schon bald Tausende Visiere am Tag fertigen", sagt Schuch.

Info: Das Projekt "Maker vs. Virus" sucht dringend Unterstützung. Und nicht nur Technik-Freaks werden gebraucht. „Wir brauchen alles“, sagt Arne Schuch. Mitmachen kann jeder, der 3-D-Drucke fertigen kann, einen Lasercutter zur Verfügung hat, Material ausliefern kann oder bei der Planung helfen will. Spenden sind über die Webseite möglich. Dort können sich auch potenzielle Empfänger melden, die dringenden Bedarf an Ausrüstung haben. Infos auf makervsvirus.org/de.

Einen ausführlicheren Bericht gibt es in unserer E-Paper-Ausgabe.

Wegen der hohen Nachfrage nach Mehl hat die Mühle "Roland Mills United" ihre Produktion nun auf 150 Prozent erhöht.

Auch die Firma KUS Kunststofftechnik an der Hohenzollernstraße kann sich vor Aufträgen nicht retten, seit sie die Produktion auf ein derzeit besonders gefragtes Produkt umgestellt haben.

Musiker Sebel hat den Song "Zusammenstehen" veröffentlicht. Das Lied geht um die Welt - und ist schon jetzt ein Hit.

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