In der Altstadt

Einzelhändler sind empört: Verkaufsoffener Sonntag am 6. September ist abgesagt

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Kurzfristig muss der für das erste September-Wochenende geplante verkaufsoffene Sonntag abgesagt werden. Grund ist eine drohende Klage der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft ver.di.

Update, 1. September, 17.56 Uhr: Am Ende habe es keine Alternative gegeben, sagte ein zerknirscht dreinblickender Bürgermeister Christoph Tesche am Dienstag auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Rathaus. Der verkaufsoffene Sonntag am 6. September habe abgesagt werden müssen.

Die Rechtslage sei eindeutig. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte vergangenen Freitag zwei verkaufsoffene Sonntage in Lemgo und Bad Salzuflen für rechtswidrig erklärt und damit einen bisher geltenden Erlass der Landesregierung gekippt, nach dem wegen der Corona-Pandemie verkaufsoffene Sonntage auch ohne Begleitprogramm erlaubt waren, um den Einzelhandel in der aktuellen Krise zu unterstützen.

Verdi droht Stadt Recklinghausen mit einer Klage

Am Montag flatterte der Stadt ein Brief der Gewerkschaft ins Haus, in dem Verdi konkret mit einer Klage droht, falls der verkaufsoffene Sonntag in der Altstadt stattfinden sollte. Kirsten Stranghöner, Sprecherin des Westquartiers, hätte ihr Spielzeuggeschäft an der Heilige-Geist-Straße gerne am Sonntag geöffnet. Sie sagt: „Jeder Tag zählt.“ Ihre beiden Teilzeit-Kräfte sind immer noch in Kurzarbeit, die Auszubildende habe sie entlassen müssen. Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie am Mittwoch, 2. September, in unserem E-Paper.

Erstmeldung, 1. September, 14.49 Uhr: Über die kurzfristige Absage des verkaufsoffenen Sonntags informierte die Stadtverwaltung die Presse, Handel und Gastronomie bei einem Gespräch am Dienstag, 1. September, im Rathaus. Ursprünglich sollte der verkaufsoffene Sonntag im Rahmen des Herbstfestes stattfinden, das vom 5. bis 6. September in der Recklinghäuser Altstadt geplant war. Doch auch dieses Fest ist angesichts des Veranstaltungsverbots, das noch bis 31. Oktober gilt, abgesagt worden.

Die Reaktionen auf Facebook zur Absage des verkaufsoffenen Sonntags sind gemischt. Torsten Eberhardt: „Schade. In der jetzigen Situation wäre es wichtig den örtlichen Handel in aller Form zu unterstützen. Dieser verkaufsoffene Sonntag hatte vielleicht geholfen die Umsatzeinbußen der letzten Monate ein wenig zu kompensieren.“ Stefanie Stratmann fügt hinzu: „Mich würde interessieren, was die Betroffenen, also die Einzelhändler, dazu sagen. „Richtig so!", kommentiert indes Mario Sandmann. Genaueres zu der drohenden Klage folgt in Kürze.

Rubriklistenbild: © J. Gutzeit (Archiv)

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