Einige Familien in Recklinghausen fühlen sich durch die Corona-Krise offenbar überfordert.
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Einige Familien in Recklinghausen fühlen sich durch die Corona-Krise offenbar überfordert.

Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie

Corona-Folgen in Recklinghausen: Vier Familien wollen ihr Kind zur Adoption freigeben

  • Jörn Tüffers
    vonJörn Tüffers
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Es ist die Zahl "Vier", die im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie in Recklinghausen für Schrecken sorgte. Vier Familien fühlen sich mit ihren Kindern überfordert.

  • Mehrere Familien in Recklinghausen haben sich während des Corona-Lockdowns hilfesuchend an das Jugendamt gewandt.
  • Hinweise auf vernachlässigte Kinder fehlen durch Schließung von Kitas und Schulen.
  • Aufgabe des Jugendamts sei in Zeiten der Pandemie vernachlässigt worden.

Vier Familien oder Alleinerziehende in Recklinghausen haben sich seit dem Lockdown am 16. März hilfesuchend an das Jugendamt gewendet, weil sie ihr Kind zur Adoption freigeben wollen. Martina Schulze-Entrup, Abteilungsleiterin, glaubt nicht an einen Zufall. 

Der Grund: Es sind vier Jahre vergangen, seit ihrer Behörde ein Kind zur Adoption angeboten wurde. „Das sollte uns zu denken geben, welche Ängste die Menschen wegen Corona haben“, sagte sie in der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie im Bürgerhaus Süd in Recklinghausen

Folgen des Lockdowns in Recklinghausen werden noch bekannt

Nach Ansicht des städtischen Beigeordneten Dr. Sebastian Sanders werden die tatsächlichen Auswirkungen des Lockdowns auf die Familien erst später zutage treten. Zwar habe das Jugendamt in Recklinghausen versucht, den Kontakt zu Eltern, die betreut und bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt werden, nicht abreißen zu lassen. Allerdings konnte dies nicht in der üblichen Intensität geschehen. 

Hinweise auf vernachlässigte Kinder fehlen auch in Recklinghausen

Neue Hinweise auf vernachlässigte oder auch misshandelte Kinder fehlten durch die Schließung der Schulen und Kitas auch in Recklinghausen. „Da hätten wir gerne mehr getan“, sagte Martina Schulze-Entrup. Schließlich sei es Aufgabe des Jugendamts, das Kindeswohl zu schützen – aber in Zeiten der Pandemie sei dieser Anspruch ein Stück weit vernachlässigt worden. 

Mit welchen Problemen sich der Leiter des Heilpädagogischen Kindergartens St. Franziskus konfrontiert sieht, lesen Sie in einem ausführlicheren Bericht in unserem E-Paper.

Auch den Gastronomien in Recklinghausen geht es derzeit nicht gut. Deren Umsatzzahlen sind alles andere als erfreulich.

Sebel bringt in der Pandemie den Song "Zusammenstehen" heraus und wird von 180 Musikern weltweit unterstützt.

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