+
Die juristische Aufarbeitung des Falles scheint ins Stocken geraten zu sein.

Tötungsdelikt in Recklinghausen

Langes Warten auf den Prozess für den mutmaßlichen Totschläger von der Hohenzollernstraße

Im April wurde ein 33-Jähriger totgeprügelt. Neun Tage später wurde ein Verdächtiger festgenommen und sitzt seitdem in Haft. Wie geht es weiter mit der juristischen Aufarbeitung?

 „Der Beschuldigte und ich haben bis heute von der Staatsanwaltschaft keine Anklage erhalten“, beklagt Verteidiger Jens Tuschhoff. Die Verzögerung sei nicht nur misslich, sondern „bei einem Mordvorwurf auch sehr ungewöhnlich“. Zumal der 40-Jährige eine Tatbeteiligung vehement abstreitet. „Er hat mir gesagt, dass er damit nichts zu tun hat“, so der Oer-Erkenschwicker Strafverteidiger.

Der Körper war gezeichnet von Blutwunden

Das war geschehen: Am 7. April hatte ein Familienangehöriger den Leichnam gefunden. Der Körper war gezeichnet von Blutwunden im Gesicht sowie an Armen und Beinen. In den Blutspuren sollen auch Schuhabdrücke erkennbar gewesen sein. Weil der jetzt Verdächtige, ein offiziell Wohnungsloser, offenbar zeitweise auch Untermieter in der Wohnung gewesen ist, geriet er ins Visier der Ermittler. Am 16. April wurde der drogenabhängige 40-Jährige durch Spezialkräfte festgenommen. Der Haftbefehl lautet auf Mord und Raub.

Streit um Drogen in Recklinghausen

Bei einem Streit um Drogen soll der 40-Jährige den Wohnungsinhaber erst gefesselt und dann mit dem Fuß einer Stehlampe immer wieder auf sein Opfer eingeschlagen haben, so dass der 33-Jährige schließlich verblutete. Mit Bargeld und einem Handy soll der Verdächtige danach geflüchtet sein. 

In Haft wegen eines anderes Drogendeliktes

In aller Regel wird U-Häftlingen spätestens nach sechs Monaten der Prozess gemacht. Dass es im aktuellen Fall nach Ablauf von inzwischen mehr als sieben Monaten noch nicht einmal eine Anklageschrift gibt, der Beschuldigte aber dennoch weiter in Haft sitzt, liegt an einer besonderen Situation: Der 40-Jährige verbüßt aktuell eine Gefängnisstrafe wegen eines Drogendeliktes. Die Fristen für U-Haft sind im konkreten Fall daher nicht aktiv.

Ein ehemaliger Arzt soll eine Kollegin im Krankenhaus sexuell bedrängt haben.

Auch dieser Prozess um mutmaßliche Brandstiftung sorgte für Aufsehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Auf dem Weihnachtsmarkt in Marl-Polsum sind Staus normal und gemütlich
Auf dem Weihnachtsmarkt in Marl-Polsum sind Staus normal und gemütlich
Schwerer Unfall in Datteln: Mann wird aus Fahrzeug geschleudert und verstirbt
Schwerer Unfall in Datteln: Mann wird aus Fahrzeug geschleudert und verstirbt
Der "Süder Advent" - beliebt in Herten, einzigartig im Ruhrgebiet
Der "Süder Advent" - beliebt in Herten, einzigartig im Ruhrgebiet
Zweite Chance für KiJuPa: Wird es dieses Mal klappen?
Zweite Chance für KiJuPa: Wird es dieses Mal klappen?
Amtliche Unwetterwarnung: Heftige Winde am Alpenrand - auch der Norden stark betroffen
Amtliche Unwetterwarnung: Heftige Winde am Alpenrand - auch der Norden stark betroffen

Kommentare