Dirk Wessling und Lara Wahrmann auf Stadthaus A
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Geschäftsführer der Stadtwerke Dirk Wessling und Klimaschutzmanagerin Lara Wahrmann wollen die Recklinghäuser für Solarenergie begeistern. Auf dem Stadthaus A ist bereits eine Solaranlage installiert.

Balkon-Module und Zuschüsse

„Wattbewerb“: Bürger können beim lokalen Klimaziel helfen

  • Alina Meyer
    vonAlina Meyer
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Die Stadt Recklinghausen will künftig mehr Solaranlagen installieren, um das lokale Klimaziel zu erreichen. Mieter können sich einbringen mit Modulen für Balkone. Zuschüsse und kostenlose Vorträge werden geboten.

Solaranlagen sind nicht mehr nur den Großgrund- oder Eigenheimbesitzern vorbehalten. Auch wer in einer Mietwohnung lebt, kann unter die Energieproduzenten gehen. Eine Art Mini-Solarkraftwerk für den Balkon und finanzielle Zuschüsse machen es möglich.

Mit Zuschüssen möchten die Stadt Recklinghausen und die Stadtwerke den Ausbau von Solaranlagen fördern, um das lokale Klimaziel zu erreichen: den CO2-Ausstoß bis 2025 um 30 % senken. „Die Hälfte haben wir schon erreicht, für die zweite Hälfte haben wir nur noch vier Jahre Zeit“, sagt Klimaschutzmanagerin Lara Wahrmann.

Um einen Beitrag zum lokalen Klimaziel zu leisten, können Mieter in Absprache mit ihrem Vermieter zum Beispiel ein sogenanntes Fotovoltaik-Modul (PV-Modul) auf ihrem Balkon installieren. Wer sich dafür entscheidet, erhält als Belohnung einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro von der Stadt.

Stadt und Stadtwerke Recklinghausen fördern Solaranlagen

Auch Eigentümer können einen Zuschuss erhalten, wenn sie eine Solaranlage auf dem Dach installieren. Die Stadtwerke Recklinghausen bezuschussen gemeinsam mit der Stadt den Ausbau mit bis zu 500 Euro. Das Kontingent ist jedoch auf 40 Dächer begrenzt. Ökostrom-Kunden der Stadtwerke profitieren noch mal zusätzlich: Sie erhalten einen Bonus von weiteren 100 Euro.

Über das Solardachkataster können Bürger einsehen, ob sich ihr Dach für die Installation einer Solaranlage eignet. Dort werde auch eine grobe Kostenschätzung vorgenommen. Mit einer künftigen „Solarkampagne“ möchte die Stadt den Ausbau von erneuerbaren Energien präsenter machen.

„Wattbewerb“ mit Bürgerbeteiligung

Recklinghausen nimmt als eine von 71 Städten am bundesweiten „Wattbewerb“ teil. „Dessen Ziel ist es, den Ausbau von erneuerbaren Energien, im Speziellen den Fotovoltaikausbau massiv voranzutreiben, um die Energiewende zu beschleunigen“, sagt Klimaschutzmanagerin Lara Wahrmann.

Der Wettbewerb endet, wenn die erste Stadt ihre installierte Solarleistung (gemessen in kWp (Kilowatt peak) verdoppelt hat. Sieger ist dann die Stadt, die in absoluten Zahlen die meisten Solaranlagen ausbauen konnte. In Recklinghausen gebe es bislang ca. 880 Solaranlagen. „Wir werden etwa zwei bis drei Jahre brauchen, um eine Leistungs-Verdopplung zu erreichen“, sagt Lara Wahrmann.

Für den Wettbewerb werden alle Anlagen mitgezählt, die Balkon-Module genauso wie Solaranlagen auf Dächern und Garagen. „Auch die Verwaltung wird einen Beitrag leisten und Anlagen auf weiteren Verwaltungsgebäuden installieren“, sagt die Klimaschutzmanagerin. Die Gewinnerstadt erwartet Auszeichnungen. Neben der Festspielstadt sind in NRW zum Beispiel Dortmund, Gelsenkirchen, Münster und Lünen Teilnehmer.

Mehr zu dem Thema „Solarförderung“ lesen Sie in unserem ePaper.

Im Rahmen des bundesweiten Klimastreiks am Freitag, 25. September 2020, gingen auch in Recklinghausen viele Demonstranten auf die Straßen, diesmal mit Masken. Auch die Bürgerinitiative „Recklinghausen blüht“ engagiert sich für den Klimaschutz. Sie hat im vergangenenen Jahr eine Wildblumenwiese an der Kunstmeile ausgesät.

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