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Threepwood Nâ?? Stringsâ?? spielen in Unterkünften der Stadt

Städtische Unterkünfte

Musiker spielen für Flüchtlinge

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RECKLINGHAUSEN - Die Bewohner der drei städtischen Flüchtlingsunterkünfte durften sich über besonderen Besuch freuen. Die vier Musiker der Band „Threepwood N‘ Strings“ hatten ihre Instrumente im Gepäck und sorgten an der Vinckestraße, im Kreiswehrersatzamt und an der Herner Straße für ausgelassene Stimmung.

Die Menschen aus Syrien, Afghanistan, Albanien oder dem Libanon griffen bei den Musiker-Besuchen auch selbst zu Instrumenten, die Vahid Vahidi, Lehrer an der Musikschule Recklinghausen, mitgebracht hatte. „Der Funke sprang sofort über. Alle haben im Rhythmus mitgeklatscht, mitgewippt oder sogar getanzt“, schwärmte Seidel. Befürchtungen, man würde mit der eigenen Musik den Geschmack der Flüchtlinge möglicherweise nicht treffen, erwiesen sich als unbegründet. „Besonders beeindruckt hat mich die unglaubliche Energie, die sofort zu spüren war“, berichtet Seidel. Unterstützt wurde er von seinen Bandkollegen Eva Kempa (Geige/Gesang) und Stefan Vieth (Gesang). Bassist Robert Marowsky konnte wegen beruflicher Verpflichtungen nicht mitwirken.

„Unser Ziel war es nicht nur, den Flüchtlingen eine oder zwei schöne Stunden zu bescheren und für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Wir wollten die Gründung einer Flüchtlingsband anschieben“, sagte Sparkassen-Mitarbeiter Sebastian Thöing. Die Flüchtlinge sollen gemeinsam mit Schülern der Musikschule in einem integrativen Projekt musizieren.

Thöing gehört zum Team der Marketingabteilung der Sparkasse Vest, das seit 2014 den Sparkassen-Clubraum koordiniert. In Zusammenarbeit mit den Jugendzentren im Kreis Recklinghausen bieten sie den vielen Musikbands der Region regelmäßig eine Plattform, auf der diese sich präsentieren können. Beim alljährlichen Wettbewerb hatten im April 2015 „Threepwood N‘ Strings“ die Nase vorn. Was lag da näher, als die Marler Band für den Besuch der drei Recklinghäuser Flüchtlingsunterkünfte zu gewinnen? „Natürlich haben wir die Auftritte vorher mit dem Sozialdienst katholischer Frauen und der Diakonie abgestimmt, die ja für die Betreuung der Flüchtlinge verantwortlich sind“, betonte Thöing.

„Wir waren gespannt und nervös, wussten ja nicht, was uns erwartet“, verriet Seidel. Bei dem 26-jährigen Marler, der gerade am Herwig-Blankertz-Berufskolleg eine Ausbildung zum Erzieher absolviert, haben die drei Auftritte in den Unterkünften an der Vinckestraße, im Kreiswehrersatzamt und an der Herner Straße einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Weil es einem selber so gut geht, kann man sich überhaupt nicht vorstellen, in welcher Situation sich die Flüchtlinge befinden. Das ist eine komplett andere Welt“, sagte Seidel. Das Konzept der Clubraum-Macher ging voll und ganz auf. Es wurde viel gelacht und die mitgebrachten Schoko-Nikoläuse fanden dankbare Abnehmer. Die Flüchtlinge haben offenbar die Abwechslung und die gelöste Atmosphäre, die die Band „Threepwood N‘ Strings“ für zwei Stunden in ihre Unterkünfte brachte, genossen.

Zusammen mit Übersetzern ging Vahid Vahidi direkt auf die Flüchtlinge zu und erkundigte sich, ob jemand bereits ein Instrument spielte oder Lust hätte, eines zu erlernen. Die Resonanz war riesig. Namen und Telefonnummern wurden ausgetauscht. Im neuen Jahr soll die erste gemeinsame Probe in der Musikschule steigen.

Dort werden dann Lehrer für die Betreuung und Ausbildung der Musiker sorgen. „Was wir in den Flüchtlingsunterkünften an Reaktionen auf unsere Initiative erlebt haben, hat uns sehr berührt“, bekennt Thöing. Und das sei Motivation genug, das Projekt einer Flüchtlingsband in den nächsten Wochen und Monaten weiter voranzutreiben.

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