Anika Rentmeister vor der Staffelei
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Trost in der Malerei: Anika Rentmeister sagt, sie sei längst noch nicht wieder die Alte.

Hilfsbereite Nachbarn

Covid-19: Wie eine Krankenschwester die Erkrankung überstanden hat

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Im Dezember erkrankte Anika Rentmeister (52) an Covid-19. Unter den Folgen der Infektion leidet die Krankenschwester bis heute.

Plötzlich habe sie immer wieder Dinge vergessen, erzählt Anika Rentmeister. Vor allem auf der Arbeit ist ihr das passiert. Deshalb habe die Schicht an jenem Tag Mitte Dezember so lange gedauert. „Da war noch etwas zu dokumentieren, was mir ganz entfallen war.“ An eine Corona-Erkrankung hatte sie gar nicht gedacht.

Als Krankenschwester in einer Recklinghäuser Klinik wird Anika Rentmeister zu jener Zeit alle zwei Tage auf das Coronavirus getestet. Die Probe am 16. Dezember zeigt ein anderes Ergebnis als alle vorigen: Die Recklinghäuserin ist positiv. „Das war für mich ein Schock“, sagt sie. Fast zeitgleich mit dem positiven Befund stellen sich weitere Symptome ein. Anika Rentmeister bekommt hohes Fieber, verliert den Geruchs- und Geschmackssinn. Ihre Tochter muss in Quarantäne. Die hatte sie zwei Tage zuvor noch besucht.

Große Hilfsbereitschaft von Nachbarn

Anika Rentmeister bleibt zu Hause. Neun Tage schleppt sie sich vom Bett auf die Couch und von dort wieder zurück ins Bett. Ohne ihre Nachbarn, sagt sie, hätte sie all das kaum überstanden. „Eine Nachbarin hat jeden Tag für mich gekocht und mir das Essen vor die Wohnungstür gestellt.“ Ein anderer Nachbar aus dem Mehrfamilienhaus im Westviertel erledigt Einkäufe und legt sie ebenfalls vor der Tür ab. „Für die war das völlig normal“, sagt Anika Rentmeister. „Da habe ich nie mit gerechnet, wo doch so viele Menschen völlig anonym nebeneinander her leben.“

Körperliche Spätfolgen noch Wochen spürbar

Es ist die gute Seite, die die Krankenschwester den vergangenen Wochen und der immer noch schwierigen Gegenwart abgewinnen kann. Vor allem wegen dieser Botschaft möchte sie, dass ihre Geschichte öffentlich wird. Doch da ist auch eine dunkle Seite. „Ich habe immer noch wahnsinnige Muskelschmerzen“, sagt Anika Rentmeister. „Und ich bin schnell erschöpft und kraftlos.“ Dabei sei sie eigentlich „total sportlich“. Zumindest bevor das Coronavirus in ihrem Körper wütete, war das so. Mehr dazu gibt es im ePaper.

Auch Mehmet und Ersoy Sam – Vater und Sohn, zwei kräftige Männer aus Herten, erkrankten an Covid-19. Nur einer stand wieder auf. Das ist ihre Geschichte.

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