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Nach zähem Ringen bejubeln die Röllinghäuser Schützen mit Hans Stratmann ihren neuen König, der sich bei einem denkwürdigen Vogelschießen durchzusetzen vermochte.

Schützenfest Röllinghausen/Berghausen

Hans Stratmann schießt den Vogel ab

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RECKLINGHAUSEN - Fast sah es so aus, als ob die Gilde Röllinghausen-Berghausen ihr Schützenfest ohne Krönung beenden würde. Die letzten fünf Anwärter stiegen beim Vogelschießen unerwartet aus. Dann sprangen Dr. Willi Fischer und Hans Stratmann in die Bresche. Der Ex-Vorsitzende Stratmann rettete die Königswürde mit dem 187. Schuss.

An der Seite des 66-jährigen Pensionärs wird die bisherige Majestät Bärbel Fischer für die weiteren zwei Jahre die Grünröcke des 120 Mitglieder zählenden Bataillons mitregieren. Ihr Kammerpaar sind Ex-Regent Dr. Willi Fischer sowie Valerie Stratmann, die bereits zwischen 2005 bis 2007 auf dem Thron saß.

Insgesamt erlebten die zahlreichen Besucher auf der Bezirkssportanlage Klarastraße ein Vogelschießen, das in die Geschichtsbücher der über 150-jährigen Gildenhistorie Eingang finden wird. Anfangs lief alles nach Maß, wenngleich es nahezu eine Stunde dauerte, bis Sebastian Lohoff wie schon 2015 mit dem 97. Treffer die Krone vom Adlerhaupt rasierte. In der Folge purzelten die weiteren Insignien in schneller Folge zu Boden.

Nach der ausgedehnten Mittagspause eröffnete Regentin Bärbel Fischer den Reigen der Ehrenschüsse, die auch vielen Repräsentanten der benachbarten sieben Recklinghäuser Gilden zugestanden wurden. Danach ging es ans „Eingemachte“. 37 der ursprünglich 62 Königsanwärter leiteten die entscheidende Phase des Wettbewerbes ein. Doch mit dessen Fortdauer schmolz der Kreis der Bewerber rasant. Vor der zehnten Runde blieben mit Hermann Budde und dessen Sohn Berthold, Clemens Köster, Ludger Pötter sowie Gerd Lau fünf Kandidaten übrig. Gildenchef Markus Wengelinski eröffnete dem Quintett, dass der nächste Treffer bereits das Ende des angeschlagenen Aars bedeuten könnte, da die mittig angebrachte Halterungsschraube völlig freigelegt worden war. Angesichts dessen verließ die restlichen Königsanwärter allesamt vollends der Mut und sie stiegen aus.

Guter Rat war nun teuer! Es folgte eine nahezu 50-minütige Pause mit „diplomatischen“ Gesprächsrunden am Rande, um den drohenden Gau zu verhindern. Die Lösung aus dem Dilemma: Die bisherige Majestät Dr. Willi Fischer und Hans Stratmann schritten zur Vogelstange und retteten die verkorkste Situation, in dem sie den Wettkampf wieder aufnahmen. Mit dem glücklicheren Ende um 16.51 Uhr für den Ex-Gildenchef. Erwähnenswert, dass Schießwart Peter Schulz sowie Heinrich Notthoff für 50-jährige Mitgliedschaft wie außerdem Anton Sippel, der dem Bataillon schon 63 Jahre angehört, mit einem Präsent bedacht worden waren. Freude auch bei Uwe Schulz, der nach drei Jahrzehnten Kommentatorentätigkeit beim Röllinghäuser Vogelschießen in Nico Heinemann einen Nachfolger gefunden hat.

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