Schmähungen

Pro NRW contra UBP: Kleinkrieg auf dem rechten Sektor

RECKLINGHAUSEN - Im rechten politischen Randspektrum von Stadt und Kreis tobt ein bizarrer Kleinkrieg.

Die rechte Organisation Pro NRW hat die Rechtspopulisten von der Unabhängigen Bürger-Partei (UBP) und speziell deren Kreisvorsitzenden und Recklinghäuser Ratsherrn Tobias Köller mit Schmähungen überzogen. Die Anfeindungen begannen nach der von der UBP maßgeblich angeschobenen Gründung einer Bürgerinitiative (BI) gegen einen Moschee-Neubau in Herten-Langenbochum Anfang Juni.

Dabei wirft gerade Pro NRW der UBP vor, bei der BI-Gründung eine Beteiligung von Neonazis geduldet zu haben. Köller hat bereits mit einer Anzeige gegen den Pro-NRW-Kreisvorsitzenden reagiert, den Recklinghäuser Werner Peters. Auslöser des Konflikts war offenbar die demonstrative Absage von UBP und BI an eine von Pro NRW propagierte öffentliche Anti-Moschee-Aktion in Herten.

Dabei war das Verhältnis keineswegs immer gespannt. UBP-Chef Köller bestätigte auf Anfrage der RZ, dass es in der Vergangenheit – einvernehmliche – Kontakte zwischen ihm und dem Pro-NRW-Bezirksvorsitzenden Ruhrgebiet, Kevin Gareth Hauer, gab. „Ich habe mich dafür interessiert, wer dahinter steckt und wollte einfach ausloten, ob die im Kreis antreten. Es waren E-Mail-Kontakte, persönlich haben wir uns nicht getroffen“, so Köller. Besagte E-Mails habe er in Kopie an eigene Leute weitergeschickt, um damit nicht im Nachgang kompromittiert zu werden. Hauer stellt die Verbindung anders dar, sehr wohl habe es persönlichen Kontakt gegeben: „Köllers Ziel war: Wir sollten keine Aktivitäten in Recklinghausen entwickeln.“

"Keine Zusammenarbeit gesucht"

Borsu Alinaghi, Hertener UBP-Fraktionsvorsitzender und Köller-Stellvertreter auf Kreisebene, bezog gestern auf Anfrage ebenfalls Stellung: „Wir haben keine Zusammenarbeit gesucht, wir sehen Pro NRW als außerhalb der Grundwerteordnung an. Wir haben den Anspruch, eine demokratische Partei zu sein.“ Ausgerechnet die extrem rechte Organisation Pro NRW wirft der UBP vor, dass bei der BI-Gründung in Herten Akteure der Neonazi-Szene u.a. aus Marl („Nationaler Widerstand“, „Nationale Autonome“) mit von der Partie waren. Deren geradezu klischeehafter Auftritt habe ihn nicht skeptisch gemacht, sagt Köller: „Wir haben keinen ,Schnall‘ in diesen Szenen. Wir tun alles, um uns von rechten Idioten abzugrenzen.“

Bei einer Anti-Moschee-Veranstaltung der UBP in Marl ist das nicht unbedingt gelungen. Dort stellte sich im Lokal „Zur Kastanie“ ein Sympathisant des „Nationalen Widerstands“ offen vor – und kassierte kräftig Applaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Weniger aktuell Infizierte in Recklinghausen - Inzidenz-Wert bei 294,4
Weniger aktuell Infizierte in Recklinghausen - Inzidenz-Wert bei 294,4
Weniger aktuell Infizierte in Recklinghausen - Inzidenz-Wert bei 294,4
Raketen zum Jahreswechsel erlaubt - das sagen Betroffene
Raketen zum Jahreswechsel erlaubt - das sagen Betroffene
Raketen zum Jahreswechsel erlaubt - das sagen Betroffene
Ladendieb auf der Flucht lässt Zwölfjährigen in Recklinghausen verletzt zurück
Ladendieb auf der Flucht lässt Zwölfjährigen in Recklinghausen verletzt zurück
Ladendieb auf der Flucht lässt Zwölfjährigen in Recklinghausen verletzt zurück
Coronavirus in Recklinghausen: 35 aktuelle Infektionen, Kita nach Corona-Fall geschlossen
Coronavirus in Recklinghausen: 35 aktuelle Infektionen, Kita nach Corona-Fall geschlossen
Coronavirus in Recklinghausen: 35 aktuelle Infektionen, Kita nach Corona-Fall geschlossen
Polizei meldet drei Einbrüche in Recklinghausen nach dem Wochenende
Polizei meldet drei Einbrüche in Recklinghausen nach dem Wochenende
Polizei meldet drei Einbrüche in Recklinghausen nach dem Wochenende

Kommentare