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Wann wohl das nächste Schiffchen vorbeituckert? Klaus Weberskirch genießt die Ruhe und den Ausblick am Stadthafen.

Serie: Mein Lieblingsplatz

Klaus Weberskirch kehrt gerne am Stadthafen ein

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Recklinghausen - Hier ist das Ruhrgebiet: Kanal, Industrie, Grün… – das finde ich super“, schwärmt Stadtführer Klaus Weberskirch, als er den Blick im Stadthafen über den Rhein-Herne-Kanal schweifen lässt. „Ich liebe Wasser, das Ambiente, Schiffchen gucken und draußen sitzen.“

Der 61-Jährige nimmt mit Frau Ela auf der Außenterrasse der Gastronomie Platz. Den Blick haben die beiden beim Kaffeetrinken stets aufs Wasser gerichtet: „Das ist hier definitiv mein Lieblingsplatz für eine kleine Auszeit.“

Ela Weberskirch ist in Süd aufgewachsen und hat als Kind und Jugendliche oft im Kanal Abkühlung gesucht. „Ja“, sagt sie und nickt, „im Stadthafen war das Schwimmen einmal erlaubt. Da war der Bär los, hier tummelten sich die Leute“, erinnert sie sich.

„Ursprünglich ist es als gemeinsame Badeanlage für Recklinghausen und Herne angelegt worden“, erklärt Klaus Weberskirch. „Denn beide Städte hatten kein Freibad. Die Mollbeck kam erst später, Ende der 50er-Jahre.“

Natürlich wurde der Stadthafen seit seiner Inbetriebnahme 1914 (zeitgleich mit dem Rhein-Herne-Kanal) aber vor allem industriell genutzt. Da die Zechen ihre eigenen Häfen hatten, wurden hier hauptsächlich Getreide, Futtermittel, Sand, Kies und Baumaterialien angeliefert. Der alte Kran steht als Landmarke unter Denkmalschutz. Noch heute bekommt die im Stadthafen ansässige Firma Roland Mills United den Großteil ihres Getreides auf dem Wasserweg.

Dabei gab es eine Zeit, in der der Stadthafen zu Beginn kaum auf Recklinghäuser Gebiet lag. „Die alte Stadtgrenze wurde am Emscherverlauf ausgemacht, bis 1926 eine neue gezogen wurde. Das gab ein großes Hickhack mit Herne“, erklärt Weberskirch.

Ende der 1990er-Jahre beschloss die Stadt im Rahmen eines Stadtteilprojektes die Umgestaltung. Der (wahrscheinlich) kleinste Stadthafen Deutschlands lockt als Naherholungsgebiet zahlreiche „Touristen“ an. Viele Radler, die die „Route der Wasserkultur“ nutzen, stoppen hier, um einzukehren. Personenschiffe legen für Kanalrundfahrten an.

Klaus Weberskirch schätzt das maritime Flair am Südufer: „Vor allem den Duft der weiten Welt und die Schifffahrt. Ich genieße das.“ Seine Frau nickt: „Es war in meiner Kindheit ein Freizeitparadies – und das ist es auch heute noch.“

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