Staatsanwaltschaft ermittelte

Tödlicher Unfall war selbst verursacht

RECKLINGHAUSEN - Der tragische Tod eines Zahnarztes (64) und seiner Haushaltshilfe (63) am 22. Februar 2012 ist nun endgültig aufgeklärt. Beide wurden im Haus des Mediziners an der Josef-Wulff-Straße Opfer einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, die der Mann offenbar selbst verursacht hat.

War die Staatsanwaltschaft in einer Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion zunächst davon ausgegangen, dass eine unterbliebene Wartung der Gasheizungsanlage für das tödliche Drama ursächlich war, liegen nun weitere Erkenntnisse auf dem Tisch. „Aus einem von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachten geht eindeutig hervor, dass der verstorbene Hausbesitzer im Vorfeld des Unglücks die Anlage selbst regelrecht manipuliert hat. Mir liegt der Untersuchungsbericht des Experten vor“, erklärte gestern der Marler Rechtsanwalt Hans Reinhardt. Dieser vertritt die Hinterbliebenen der tragisch ums Leben gekommenen Haushaltshilfe. So führt der Gutachter aus, dass ein Bauteil der Anlage, mit der offenbar auch der Pool im Haus beheizt wurde, einfach ausgebaut worden war. Dies soll dazu geführt haben, dass aus der Filteranlage des Schwimmbades Sand in die Heizungsanlage geraten ist und dort eine Verstopfung auslöste. Schließlich konnte das tückische Kohlenmonoxid austreten, das mit menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos. Ehemann und Sohn der Verstorbenen hatten die Unterstützung eines Anwaltes gesucht, um ihre berechtigten Ansprüche geltend zu machen. „Zum Beispiel steht noch das letzte Monatsgehalt meiner Mutter aus“, erklärte der Sohn gegenüber der RZ-Redaktion. Rechtlich habe der Ehemann außerdem einen Anspruch darauf, so gestellt zu werden, wie zu den Lebzeiten seiner Frau. Da der für das Unglück Verantwortliche aber selbst ums Leben gekommen ist, käme dessen Familie als Ansprechpartner in Betracht. „Ehefrau und Kinder haben jedoch das Erbe ausgeschlagen. Dieses ist mittlerweile auf die Mutter übergegangen.“ Die schmucke Villa an der Josef-Wulff-Straße stehe nach seinen Erkenntnissen immer noch zum Verkauf. Doch ob seine Mandanten jemals einen Cent sehen, wird von Reinhardt bezweifelt.

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