Ein Schüler sitzt in seinem Zimmer am Schreibtisch und erledigt Aufgaben im Rahmen des Homeschooling.
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Im Sinne der Bildungsgerechtigkeit will die Stadt Recklinghausen die Schüler mit Laptops ausstatten. (Symbolbild)

Millioneninvestition

Stadt Recklinghausen versorgt Schüler mit Laptops: Ausgabe startet in dieser Woche wie geplant

  • Silvia Seimetz
    vonSilvia Seimetz
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  • Joachim Schmidt
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Nicht alle Kinder in Recklinghausen haben zu Hause die Möglichkeit, auf mobile digitale Endgeräte zurückzugreifen. Die Stadtverwaltung will schleunigst Abhilfe schaffen.

Update, 11. April: Einige Tausend Laptops und Tablets liegen bei der Stadtverwaltung ab Montag kostenlos zur Abholung bereit. Damit sollen Lehrer und Schüler beim digitalen Unterricht in der Corona-Pandemie unterstützt werden. „Nach den Osterferien holen die Vertreter der Schulen die Geräte ab“, teilt Stadtsprecher Hermann Böckmann auf Nachfrage mit. Der vom Land wieder zunächst für diese Woche angeordnete Distanzunterricht beeinträchtige den Ablauf der Übergabe nicht. „Das betrifft nicht die Verteilung der Geräte, da wir als Stadt nicht die Schüler oder Lehrer direkt beliefern“, erläutert Böckmann. Vielmehr erfolge die Ausgabe an die Schulen nach einem vereinbarten Zeitplan. Diese schickten Vertreter, die die Geräte entgegennähmen.

Das hatten wir bisher berichtet:

Es geht um Bildungsgerechtigkeit: Mehr als 4000 Kinder und Jugendliche leben in Recklinghausen nach Angaben der Stadt von Hartz-IV-Leistungen. Rund 1900 von ihnen besuchen eine Schule. In diesen Familien ist es nicht einfach, ein Kind oder mehrere mit Laptops, Tablets oder internetfähigen Computern auszustatten. Darum hat die Stadtverwaltung jetzt in allen 29 Recklinghäuser Schulen nachgefragt, wie viele Schüler zu Hause nicht auf mobile digitale Endgeräte zurückgreifen können. Ergebnis: Insgesamt fehlten den Schülern 3934 Laptops oder Pads, um in Corona-Zeiten gut am Digital- oder Distanz-Unterricht teilnehmen zu können. Das geht aus einem internen Papier der Stadtverwaltung hervor.

Die größten Sorgen gibt es demnach aktuell an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, wo 478 Kindern und Jugendlichen ein Laptop zu Hause fehlt, an der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule sind es 400. Aber es gibt auch Schulen, deren Jugendliche besser versorgt sind. So meldet das Gymnasium Petrinum etwa einen Bedarf von nur fünf Laptops für seine Schüler an. Die Stadt hat jetzt mit einem Millionenzuschuss des Landes, mit dem politischen Segen des Schulausschusses und in Abstimmung mit dem Jobcenter einen Plan auf den Weg gebracht, wie nach Ostern rund 5300 Laptops und Pads möglichst sinnvoll verteilt werden können. Kosten: mehr als zwei Millionen Euro – nur für die Erstanschaffung der Geräte. Die Stadt selbst werde 151.000 Euro übernehmen, geht aus dem internen Papier hervor.

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