+
CDU-Parteivorsitzender Benno Portmann (3.v.l.) beim Ortstermin mit den BIS-Vertretern (v.l.) Christian Jäger, Reinhold Werwer, Dr. Joachim Thielemann und Anwohnerin Christa Simon.

Stuckenbusch

Klimagutachten für Wiese an der Wambecke

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Wenn die Grünfläche am südlichen Hansering in Bauland umgewandelt würde, gingen die Grundstücke wohl weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln. Oder ist der Bereich zu wertvoll für Natur und Umwelt? Ein Klimagutachten soll die Beantwortung dieser seit Jahren strittigen Frage leichter machen. CDU und Bürgerinitiative Stuckenbusch (BIS) begrüßen diese Idee gleichermaßen.

Nachdem das Bächlein Wambecke vor gut sechs Jahren renaturiert und ein Spazierweg angelegt wurde, war es auch um die daran anschließenden Grünflächen recht still geworden. Doch durch die Debatte um fehlenden Parkraum in Stuckenbusch rückte das Gelände am südlichen Hansering wieder in den Fokus.

„Wir haben gefordert, dass der Hansering endlich vernünftig ausgebaut wird. Die Verwaltung meinte dazu, dass die Bebauung doch noch nicht abgeschlossen sei“, erläutert CDU-Ortsverbandsvorsitzende Marita Bergmaier auf Anfrage die Hintergründe. Denn im Flächennutzungsplan ist die Wiese eben als Baugrund ausgewiesen. Die Bürgerinitiative hingegen fordert, dass die Freifläche zum Landschaftsschutzgebiet wird. Ein unabhängiger Gutachter soll nun darstellen, wie bedeutsam die Fläche fürs Klima im Stadtteil ist. Ob Häuser nur bei den Vertretern der BIS oder im ganzen Stadtteil für dicke Luft sorgen.

„Wir sind uns einig, dass eine professionelle Einschätzung erforderlich ist“, sagt BIS-Sprecher Christian Jäger. Und Marita Bergmaier betont: „Man muss mit Sachlichkeit an dieses Thema gehen.“ Denn ohne Frage würden Baugrundstücke an dieser Stelle weggehen wie warme Semmeln und der Stadt, der ein Gutteil davon gehört, ordentlich Geld einbringen. „Tatsächlich brauchen wir ja auch Flächen für Wohnbebauung“, sagt CDU-Parteivorsitzender Benno Portmann bei einem Ortstermin mit der BIS: „Aber wir groß ist hier der Eingriff in die Natur für relativ wenig Wohnraum?“ Ideen aus den 80er-Jahren, als Stadtplaner entlang der Franziskanerstraße bis zum Hansering Hochhäuser bauen wollten, seien wahrlich nicht mehr zeitgemäß.

„Wir reden hier von maximal zehn Einfamilienhäusern“, so Portmann. Auch wenn CDU und Bürgerinitiative die in den letzten Jahren immer besser gewordene Gesprächskultur loben: Sollte das Gutachten einer Bebauung grünes Licht geben, könnte sich das Klima zwischen den Parteien wieder abkühlen. Denn die Frage, ob die BIS ein solches Gutachten akzeptieren würde, beantwortet Mitglied Dr. Joachim Thiemann entschieden mit „Nein!“ Mitstreiter Reinhold Werwer äußert sich diplomatischer: „Neben dem Klima müssten zunächst auch der Landschafts- und Artenschutz, die Wirtschaftlichkeit und der Bedarf dokumentiert werden. Es bedarf einer sauberen Diagnose.“

Einig sind sich übrigens alle, dass ein Bürgersteig und Laternen am südlichen Hansering fehlen. Derzeit sind Spaziergänger, Jogger und Walker nämlich auf der Straße unterwegs. „Und wenn die Autos um die Ecke kommen, ist das oft brenzlig“, weiß Anwohnerin Christa Simon aus eigener Beobachtung durchs Fenster über die freie Fläche.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Jadon Sancho: BVB-Star heiß begehrt - Mega-Ablöse für Dortmund?
Jadon Sancho: BVB-Star heiß begehrt - Mega-Ablöse für Dortmund?
Cineworld öffnet noch diese Woche - das sind die Regeln für die Kino-Besucher
Cineworld öffnet noch diese Woche - das sind die Regeln für die Kino-Besucher
Tag des Hundes: Wir suchen vierbeinige Mutmacher aus Datteln
Tag des Hundes: Wir suchen vierbeinige Mutmacher aus Datteln
Nach Reitstall-Brand: Feuerwehr gibt Entwarnung - keine Gesundheitsgefahr durch Rauch
Nach Reitstall-Brand: Feuerwehr gibt Entwarnung - keine Gesundheitsgefahr durch Rauch
Bildergalerie: Der neue "Trainings-Alltag" in Zeiten von Corona
Bildergalerie: Der neue "Trainings-Alltag" in Zeiten von Corona

Kommentare