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So sieht sie aus, die aufgemöbelte Lore. Foto: Schröder

Bergbau

Lore erinert an Pütt-Geschichte

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RECKLINGHAUSEN - Endlich ist sie da! Mit viel Herzblut haben die Siedlergemeinschaft Brandheide und der Verkehrsverein (VV) Suderwich/Essel die alte Kohlenlore auf Hochglanz gebracht.

Nach eineinhalb Jahren der Vorbereitung konnten Beate Kühn, Vorsitzende der Siedler, und Jürgen Schmidt, Vorsitzender des VV, das Denkmal offiziell an die Stadt überreichen. Am Kreisverkehr an der Henrichenburger Straße erinnert die Kohlenlore an längst vergangene Tage.

An ihrer ursprünglichen Heimat am Erlenweg wäre das Bergbaurelikt wahrscheinlich dem Zahn der Zeit, dem Rost, zum Opfer gefallen. Niemand konnte sich mehr ausreichend um die Pflege kümmern. Dieses Schicksal wollte die Siedlergemeinschaft einem der wenigen Pütt-Überbleibsel ersparen. „Ich freue mich. Sie sieht so schön aus“, sagte Beate Kühn begeistert, als sie die Lore im Sonnenschein an ihrem neuen Standort am Kreisverkehr betrachtet. Die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft hätte das Denkmal am liebsten wieder mitgenommen. Aber das geht natürlich nicht. Axel Fritz vom Straßenbauamt der Stadt hat das Geschenk offiziell dankend entgegen genommen.

Bisher stand das rund 500 Kilo schwere Relikt auf dem südlichen Teil des Erlenwegs. Die Siedlergemeinschaft bekam die Kohlelore 1983 zum 50-jährigen Bestehen. Und damit sie nun nicht am Erlenweg verrostet, erinnert sie nun an die Bergbaugeschichte der Siedlung, an den Winter 1945/46, in dem Theaterleute aus Hamburg in Suderwich um Kohlen baten und die Ruhrfestspiele geboren wurden.

Ein frischer Anstrich und neue Beschriftung verleihen der Lore ein frisches Aussehen. Echte Kohlen im Bauch der Lore würden der Witterung nicht standhalten. Deshalb symbolisieren fest betonierte Steine das schwarze Gold, das einst mit dieser Lore Hunderte Meter unter der Erde von Suderwich transportiert wurden. „Sie wiegt weniger als man annimmt. Rund 400 bis 500 Kilo schwer ist sie. Sie lässt aber noch gut bewegen, das hätten wir nach so langer Zeit nicht gedacht“, so Kühn.

Am liebsten hätten Kühn und Schmidt die Lore an prominenter Stelle in der Mittelinsel gesehen. „Das geht aber aus verkehrstechnischen Gründen nicht“, erklärt Schmidt. „Die Henrichenburger Straße ist eine Umleitungsstraße mit Durchgangsverkehr, deshalb dürfen in der Mitte keine festen Gegenstände stehen, auf die zum Beispiel ein Lkw auffahren könnte.“ Axel Fritz vom Straßenbauamt der Stadt bestätigt das. Die Stelle am Rande des Kreisverkehrs habe aber durchaus Vorteile, vor allem für Neugierige. Die Gefahren, wenn ein Fußgänger auf die Mittelinsel ginge, seien kaum auszumalen. „So kann man sie sicher vom Bürgersteig aus der Nähe betrachten. Die Lore ist spannend anzusehen, gerade auch für Heranwachsende, die so etwas gar nicht mehr kennen.“

Bis Ostern will die Stadt die Flächen rund um den Kreisverkehr bepflanzen. Auf der Mittelinsel fehlt noch die geplante Hecke. Auf lange Sicht bleibt zu hoffen, so Jürgen Schmidt, „dass die Kohlelore von Vandalismus verschont bleibt.“ Die Suderwicher Firmen Löseke, Pasternak und Göttken haben Material gespendet.

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