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Ziemlicher "Brummer": Diese Riesen-Heuschrecke wurde in Suderwich gesichtet.

Tierischer Besuch in Recklinghausen

Bein entzündet sich nach Biss von Riesen-Heuschrecke - weitere Tiere gesichtet

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Ein Leser aus Suderwich bekam in den vergangenen Wochen mehrfach tierischen Besuch. Jetzt scheint klar zu sein, um welches tierische Exemplar sich handelt.

Update (07.08., 18.13 Uhr): Nachdem das Rätsel um "El Chapo", das so getaufte Heupferd, gelöst wurde, erreichten die Redaktionen viele weitere Zusendungen von Sichtungen verschiedenster Heupferde.

Ein Leser hat eine besonders ungewöhnliche Geschichte zu erzählen: Carsten Thierfelder wurde auf einer Motorrad-Tour von einem Heupferd gebissen - sein Bein entzündete sich kurze Zeit später.

Motorrad-Fahrer fuhr in einen Heupferde-Schwarm

Wie der Leser berichtete, geriet er mit dem Motorrad in einen Mini-Schwarm von rund 15 Heupferden. Ein Tier sei dabei in sein Hosenbein geraten und habe - vermutlich aus voller Verzweiflung - kräftig zugebissen. „Das tat weh, aber es sah zunächst harmlos aus", erzählte Thierfelder.

Am Tag darauf wurde der Knöchel dick und rot wie ein Apfel.“ Der befragte Arzt diagnostizierte eine Entzündung, „das war kurz vor der Blutvergiftung“, so Thierfelder. Sein Tipp: Möglichst nicht beißen lassen.

Grüne Heupferde sind Pflanzenfresser

Für Niels Ribbrock ist diese Geschichte verblüffend. Der Recklinghäuser Landschaftsökologe ist stellvertretender Leiter der Biologischen Station Kreis Recklinghausen e.V. in Dorsten-Lembeck.

Er weiß genau, dass das Grüne Heupferd ein Pflanzenfresser ist. Mit dem Menschen will es eigentlich nichts zu tun haben. Aber: „Es knackt auch mal dickere Halme und hat starke Oberkiefer", so der Ökologe.

Update (07.08., 17.39 Uhr):

Auch in Marl wurde eine große Heuschrecke entdeckt. Vor etwa zwei Wochen fotografierte Leserin Theda Magyar dieses Exemplar an der Bergstraße:

Eine Leserin hat diese Heuschrecke an der Bergstraße in Marl entdeckt.

Update (06.08., 18.02 Uhr): 

Die Experten vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) legen sich fest: Bei dem in Suderwich entdeckten Tierchen handelt es sich um Tettigonia viridissima, also ein Grünes Heupferd. Dies sei eine der häufigsten Arten in NRW, ihr "Gesang" sei weit hörbar - und das auch an Sommerabenden in Großstädten. Und die Experten werden noch präziser: Wegen des langen Legestachels müsse es sich um ein weibliches Tier handeln.

Dieser stattliche Kerl zeigte sich bei einem Bewohner in Suderwich.

Im Laufe des Tages meldeten sich zahlreiche User und Leser, dass das Grüne Heupferd ganz offensichtlich keine einzelne Erscheinung ist. Aus verschiedenen Recklinghäuser Stadtteilen erreichten uns Meldungen und Bilder, ebenso aus Nachbarstädten wie Oer-Erkenschwick, Castrop-Rauxel, Herten und Dorsten und sogar aus dem Harz. 

Mann macht in Recklinghausen sonderbare Entdeckung

Erstberichterstattung:

Ein aufmerksamer Suderwicher machte kürzlich eine sonderbare Entdeckung: Er bemerkte an seinem Haus eine Heuschrecke von stattlicher Größe:

„Bereits am 7. Juli habe ich an meinem Haus eine Heuschrecke gesehen, und nun ist sie wieder aufgetaucht. Offensichtlich hat sie die tiefen Nachttemperaturen, die es teilweise gab, schadlos überstanden.“

Recklinghausen: Die Größe des Tiers spricht gegen eine südamerikanische Art

Der Leser vermutet, dass es sich bei dem Exemplar um eine südamerikanische Heuschreckenart handle, die eigentlich ans subtropische Klima gewöhnt ist. Von uns befragte Experten tippten anhand der Fotos doch eher auf ein „Grünes Heupferd“, doch dagegen spricht die stattliche Länge, die das Tier aufweist.

„Heupferde“ werden im Grunde nicht länger als 42 Millimeter, doch das vorgefundene Exemplar misst an die zehn Zentimeter. „Vielleicht gibt es ja in Suderwich und Umgebung einen Sammler, dem das Tier abhanden gekommen ist“, mutmaßt unser Leser.

Wer vermisst in Recklinghausen eine Riesen-Heuschrecke?

Sollte also jemand eine oder auch mehrere Heuschrecken vermissen, so kann er sich an die RZ-Redaktion wenden unter der Tel. 02361/18 05 24 11. Wir vermitteln dann einen Kontakt.

In Wulfen hat es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Dort sorgt seit einigen Wochen ein farbenprächtiger Pfau für Aufsehen. Bewohner fragen sich, wem das majestätische Tier gehört, dessen Schreie in den frühen Morgenstunden gut zu hören seien.

Ein mutmaßlicher Drogendealer aus Recklinghausen ist wegen Drogenfunds verurteilt worden. 

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