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Das ist nur eine von vier Stellen, an denen in der Brandheide der Müll liegt. Landschaftswächter Volker Hardt hat den verteilten Unrat zusammengetragen.

Wilde Kippe entdeckt

Jede Menge Müll in der Natur

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RECKLINGHAUSEN - Es sieht aus, als hätte jemand eine Werkstatt „aufgeräumt“: Sprühdosen mit Unterbodenschutz und Schmieröl, Reinigungsmittel und andere Flüssigkeiten liegen auf einer wilden Müllkippe in der Brandheide. Landschaftswächter Volker Hardt hat die Dosen, dazu noch jede Menge Sperrmüll und Elektroschrott am Sonntag auf seinem Kontrollgang entdeckt.

„Eigentlich mache ich um wilde Müllkippen keinen großen Wirbel“, sagt er, „sondern melde sie dem Kreis und benachrichtige direkt die Kommunalen Servicebetriebe, damit die den Unrat abholen.“ Aber so viel Müll, verteilt auf mehrere Stellen in der Natur, ist Hardt in seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit für die untere Landschaftsbehörde noch nie untergekommen. Um den Kommunalen Servicebetrieben Recklinghausen (KSR) die Arbeit zu erleichtern, hat der 75-Jährige den Abfall an vier Stellen zusammengetragen. „Ich war Stunden beschäftigt“, berichtet er.

Rund sieben Kubikmeter Unrat, so schätzt er, wurden abgeladen. „Alles hätte an der Wertstoffsammelstelle am Beckbruchweg abgegeben werden können, das meiste sogar kostenlos“, ärgert er sich. Aber daran denken Zeitgenossen wohl nicht, die ihren Müll auf einsame Wegen, ins Unterholz oder an Böschungen schmeißen. 667 wilde Müllkippen mussten die Männer der Kommunalen Servicebetriebe im vergangenen Jahr räumen. „Es werden überwiegend Materialien entsorgt, die bei den KSR abgegeben werden können“, teilte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mit. Das weiß auch Volker Hardt – der Naturschützer war bis zu seiner Pensionierung kommunaler Abfallberater.

„Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich jemand die Mühe macht, den Abfall in den Wald zu fahren“, sagt er. Er zeigt auf einen auseinandergebauten Schrank, der am Fuße der Böschung zur Autobahn liegt. „Den hätte doch der Sperrmüll sogar vor der Haustür abgeholt“, stellt er kopfschüttelnd fest. Ebenso die Elektrogeräte, die er 250 Meter weiter am Rande des Emschertalweges gefunden hat. Dort sammelte er auch mehrere Kisten Altglas ein. „Im ganzen Stadtgebiet gibt es so viele Container. Hier in der Natur werden die Gläser und Flaschen zur tödlichen Falle für Kleintiere und Insekten“, nennt Haardt die traurigen Konsequenzen.

Die Kommunalen Servicebetriebe werden den Müll nun einsammeln und sortieren. Dabei suchen die Mitarbeiter auch nach Hinweisen auf die Übeltäter, doch fast immer erfolglos. Der Müll wird dann entsorgt. Eine genaue Summe, wie viel Geld das verschlingt, kann die Stadt nicht nennen. „Die Kosten für die Beseitigung des wilden Mülls fließen in den Gebührenaufwand ein und werden auf die Abfallgebühren umgelegt“, heißt es aus der Pressestelle. Das heißt, jeder Bürger zahlt dafür mit seinem Beitrag.

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