In der Diskussion vor der Trauerhalle: (v.l.) Holger Freitag (Grüne), Heinz Stöcker, Walter Schubert und Benno Portmann (CDU).
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In der Diskussion vor der Trauerhalle: (v.l.) Holger Freitag (Grüne), Heinz Stöcker, Walter Schubert und Benno Portmann (CDU).

Ziviler Ungehorsam

Trauerhalle in Recklinghausen-Hochlar wird erhalten bleiben

  • Kathrin Grochowski
    vonKathrin Grochowski
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Die Hartnäckigkeit von Heinrich Stöcker und Walter Schubert sowie eine Unterschriftenliste von 548 Bürgern haben sich bezahlt gemacht: CDU und Grüne geben der Trauerhalle am Bergfriedhof eine Bestandsgarantie.

Seit November 2018 steht die Trauerhalle gewissermaßen auf der Abschussliste. Damals hatten die Politiker im Betriebsausschuss der Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen entschieden, die Abschiedsräume in Hochlar aus Kostengründen aufzugeben. Das Gebäude sei nach Angaben der Stadtverwaltung stark sanierungsbedürftig, die Nutzung rückläufig. Aus dem 2800 Quadratmeter großen Gelände soll Wohnbauland werden.

Nun aber gibt es eine überraschende Entwicklung: Die Fraktionsspitzen von CDU und Grünen, Benno Portmann und Holger Freitag, haben unisono erklärt, der Trauerhalle unabhängig von einer möglichen Bebauung eine Bestandsgarantie zu geben. Dies soll auch in einem Antrag an den Rat schriftlich festgehalten werden. „Wenn das der Wunsch der Bürgerschaft ist, sollte man dem auch folgen“, sagte Portmann bei einem Ortstermin mit Heinrich Stöcker und Walter Schubert. Die beiden Ex-Ratsherren hatten sich wie mehrfach berichtet in den vergangenen Monaten vehement für den Erhalt des Gebäudes am Bergfriedhof eingesetzt, eine Ratspetition aufgesetzt und binnen weniger Wochen 548 Unterschriften im Ortsteil zusammengetragen.

Allerdings machte Portmann auch deutlich, dass ein Weiterbetrieb der Halle in Hochlar – 2020 gab es dort drei Aufbahrungen und 22 Trauerfeiern – Konsequenzen für alle Recklinghäuser haben könnte: „Möglicherweise wirkt sich diese Bestandsgarantie auf die Friedhofsgebühren aus.“ Um zumindest einen Teil der Kosten kompensieren zu können, müsse auch über eine zusätzliche Nutzung der Trauerhalle am Bergfriedhof nachgedacht werden, betonte Grünen-Fraktionschef Holger Freitag. Denkbar sei neben kulturellen Veranstaltungen auch ein Teilumbau zu einem Kolumbarium. „Oder wir übergeben die Trauerhalle an einen privaten Betreiber“, sagte Freitag.

Unabhängig von der Zukunft der Trauerhalle soll eine 8700 Quadratmeter große Freifläche südlich des Bergfriedhofes, die mal für eine Erweiterung des Gräberfeldes vorgesehen war, mit einer Änderung des Flächennutzungsplans als Wohnbaufläche ausgewiesen werden.

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