Justitia (Symbolbild)
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Am Landgericht Bochum geht es um den Überfall auf ein Wettbüro in Recklinghausen. (Symbolbild)

Prozess am Landgericht Bochum

Wettbüro-Überfall in Recklinghausen: Angeklagter spricht von abgekartetem Spiel

  • Werner von Braunschweig
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Ein 29-jähriger Mann muss sich wegen eines Überfalls auf ein Wettbüro an der Herner Straße in Recklinghausen vor dem Landgericht Bochum verantworten. Zum Prozessauftakt überraschte der Angeklagte mit seiner Aussage.

Im Juni 2020 gab es binnen zwei Tagen zwei Überfälle auf das Wettbüro. Der vielfach vorbestrafte Angeklagte (29) gab vor Gericht zu, am 27. Juni um 10.55 Uhr vor dem Wettbüro in Recklinghausen aufgetaucht zu sein. Allerdings berichtete er von einem abgekarteten Spiel mit dem überfallenen Mitarbeiter. Der 25-Jährige hingegen beteuerte seine Unschuld, vielmehr will er „Todesangst“ erlitten haben.

Der Mitarbeiter berichtete: „Ich stand mit einer Zigarette draußen vor dem Laden, als ein Typ auf mich zukam und mich bat, mit reinzukommen.“ Im Gerichtssaal vorgespielte Videos der Überwachungskameras zeigten: Die Männer betreten das Ladenlokal, der Angeklagte wirft einen Jutebeutel über den Tresen und diktiert dem Mitarbeiter mit einem Messer, das Bargeld aus der Schublade einzupacken. Laut Anklage soll auch der Satz gefallen sein: „Gib‘ mir die Kohle. Mach‘ keine Faxen.“ Kurz danach verlässt der Angeklagte mit einem vollen Beutel das Wettbüro. Der Mitarbeiter beginnt erst hektisch zu telefonieren und fängt dann erkennbar an zu weinen.

Der Angeklagte räumte die Tat sofort an. Doch angeblich, so der 29-Jährige, sei der Wettbüro-Mitarbeiter in den Überfall eingeweiht gewesen, habe sogar selbst die Idee dazu gehabt. „Der Überfall war eine gespielte Szene“, versicherte der Angeklagte. Die erbeuteten 4000 Euro habe man sich geteilt. Der Mitarbeiter wies diese Darstellung vehement zurück. Der Prozess wird fortgesetzt.

Weil er nach Ansicht des Gerichts eine „Gefahr für die Allgemeinheit“ darstellt, hat das Landgericht unlängst einen 34-Jährigen in die geschlossene Psychiatrie geschickt. Auch einem 21-Jährigen aus Recklinghausen droht ein Prozess: Er sitzt wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung in Untersuchungshaft.

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