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Perfekt passt Wolfgang Bosbach die "Weiße Weste". Besonders freute sich der CDU-Mann auch über die Karikatur von RZ-Zeichner Ulrich Queste, die Gro-Re-Ka-Präsident Patrick Gruner mit Mathias Richiter, Dr. Wolfgang Wesener, Renate Fröhlich und Christoph Tesche (v.l.) zum Ende der Gerichtsverhandlung überreichte.

Gro-Re-Ka-Narrengericht

"Weiße Weste" passt Bosbach perfekt

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RECKLINGHAUSEN - Die Karnevalssession steht erst ganz am Anfang. Mit der Verleihung der „Weißen Weste“ an den CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach erlebten die Jecken der Stadt am Samstag im Bürgerhaus Süd aber bereits ihren ersten Höhepunkt. 350 Besucher sorgten für eine prächtige Kulisse und erlebten Unterhaltung der Spitzenklasse.

Dafür sorgte vor allem der Angeklagte selbst. Durch unzählige Talkshow-Auftritte geübt präsentierte sich Bosbach, 22 Jahre selbst Präsident der Großen Gladbacher Karnevalsgesellschaft in Bergisch-Gladbach, wie erwartet als schlagfertig, humorvoll und mit der Fähigkeit, sich selbst nicht immer ganz so ernst zu nehmen.

Die Anklage der Staatsanwälte Renate Fröhlich und Christoph Tesche hatte es ohne Frage in sich. Sie warfen Bosbach vor, sich in der EU-Rettungschirmdebatte gegen die Kanzlerin gestellt zu haben, was nicht nur Majetstätsbeleidigung gleichkäme, sondern auch den Straftatbestand des Ungehorsams und der Befehlsverweigerung erfülle.

Dr. Walter-Borjans mit überzeugendem Schlussplädoyer

Mit seinem Eintreten für mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum und Körperscannern an deutschen Flughäfen habe er sich zudem der „Förderung der Spannerei“ strafbar gemacht. Entscheidenden Anteil am Freispruch des Angeklagten hatte NRW-Finananzminister Dr. Norbert Walter-Borjans. Der letztjährige Westenträger legte sich vor allem mit seinem Schlussplädoyer, das er perfekt in Reimform vortrug, für den CDU-Mann ins Zeug. So stand am Ende unter minimalen Auflagen – ein dreiwöchiges Praktikum bei der FDP – der Freispruch von Bosbach. Der wurde vor seinem Einzug in den Saal als „pechschwarzer Haudegen, innenpolitischer Rocky Balboa und bergischer Hengst der CDU“ angekündigt. Als Fan der Kölner Haie erschien Bosbach in voller Eishockeymontur auf der Bühne und versuchte direkt, beim Gericht auf die Tränendrüse zu drücken. „Ich hatte ein schwere Kindheit und mit der SPD als Koalitionspartner in Berlin sowie als Fan des 1. FC Köln bin ich eigentlich schon genug gestraft.“ Das närrische Tennengericht mit der 28. Verleihung der „Weißen Weste“ war für die Besucher ein echtes Vergnügen. Die meisten werden 2015 sicher wiederkommen. Schließlich kommt dann Bosbach als Pflichtverteidiger. „Egal, wer der Angeklagte auch sein wird, ich haue in raus“, versprach der CDU-Mann.

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