Justitia
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Ein „Wutbürger“ aus Recklinghausen musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. (Symbolbild)

Prozess am Amtsgericht

„Wutbürger“ aus Recklinghausen wegen versuchter Nötigung verurteilt

  • Werner von Braunschweig
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Ein selbst ernannter „Wutbürger und Querulant“ aus Recklinghausen musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. Es ging um eine umstrittene E-Mail an den ehemaligen Landrat des Kreises Recklinghausen, Cay Süberkrüb.

Der Angeklagte hatte im Prozess gar nicht in Abrede gestellt, dass er am 29. März 2020 eine bissige E-Mail an den damaligen Landrat geschickt hat. Nach höflichem Beginn („Sehr geehrter Landrat“), wurde der Ton schnell gereizter. Der „Wutbürger“ aus Recklinghausen macht seiner Verärgerung darüber Luft, dass ihm trotz angeblich mehrfacher Anfragen im Zusammenhang mit den Kosten für den Neubau des Kreishauses keine Unterlagen zugesendet worden seien. Der Ex-Landrat wird unter anderem geduzt und als „Volksverarscher“ bezeichnet. Dann wird es brisant. „Muss ich denn wirklich erst mit ein paar Bürgerinnen und Bürgern vorbeikommen, um Sie zu verprügeln? Es scheint wohl so.“ So oder so ähnlich sollen die entscheidenden Passagen gelautet haben, die den Kreis zu einer Strafanzeige veranlassten.

Angeklagter aus Recklinghausen spricht von Satire

Der 55-Jährige versuchte, sich vor Gericht darauf zu berufen, dass die Sätze rein satirisch gemeint gewesen seien. „Ich habe nie im Sinn gehabt, körperliche Gewalt anzuwenden“, erklärte er. „Aber wenn man als Bürger Nachfragen stellt und keine Antworten bekommt, empört einen das.“ Und durch eine Verurteilung werde er jetzt auch noch „mundtot“ gemacht. Die Amtsrichterin bewertete die E-Mail nicht als Satire, sondern als versuchte Nötigung. Weil der „Wutbürger“ einschlägig vorbestraft ist, kam keine Geldstrafe infrage. Er wurde zu drei Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldbuße in Höhe von 200 Euro verurteilt.

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