In der rechten Bildhälfte steht ein hoher Bücherstapel. Die Buchrücken sind nach hinten gedreht, sodass keine Buchtitel erkennbar sind.
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Studieren besteht auch aus dem Wälzen zahlreicher Bücher und ellenlanger Fachliteratur. Das kann aber auch Spaß machen!

Fazit zum Studium

Das erste Semester ist geschafft

Unsere Scenario-Erstis Bella und Kristina haben ihr erstes Semester hinter sich gebracht. Wie fühlt sich der neue Lebensabschnitt an und hat das erste Studienhalbjahr überhaupt Spaß gemacht? Die beiden ziehen ein Fazit.

Von Kristina Wendt und Bella Nauen

Kristina: Wenn ich in der Vergangenheit an das Studium gedacht habe, hatte ich die vielen Partys im Kopf und habe mich darauf gefreut endlich etwas zu lernen, das für meinen späteren Beruf relevant ist. Da ich mich sehr für die Medienwelt interessiere, studiere ich seit Oktober 2020 „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Doch Corona hat mir auch bei meinem Studienstart einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hätte mir sehr gern eine „Ersti-Woche“ gewünscht, bei der man seine Kommilitonen kennenlernt und zusammen in das Uni-Leben startet.

Persönliches Kennenlernen wäre schöner

Doch aufgrund der aktuellen Lage war das in Präsenz leider nicht möglich. Stattdessen hat der AStA ein paar Online-Veranstaltungen organisiert und sich zumindest bemüht, dass wir „Erstis“ uns ein bisschen kennenlernen können. Da wir ein sehr kleiner Kurs sind, habe ich glücklicherweise schon einige Kontakte (mit Potenzial zu einer guten Freundschaft) geknüpft. Ich finde es sehr belastend, dass man sich nur online kennenlernen kann, da ich einen Menschen besser einschätzen kann, wenn er vor mir steht.

Meine Vorlesungen waren bisher ausschließlich online, somit saß ich teilweise acht bis zehn Stunden am Tag ununterbrochen in meinem Zimmer am Schreibtisch und habe mich von der Welt abgekapselt gefühlt. Wenn ich dann alle Uni-Aufgaben für den Tag fertig hatte, war es schon dunkel. Auch meine Klausuren wurden verschoben und letztlich durch eine mündliche Prüfung ersetzt. Glücklicherweise wurden die Abgabetermine für Hausarbeiten nach hinten verschoben, sodass wir uns voll und ganz auf die Prüfungen vorbereiten können.

Masse an Input überfordert noch

Als ich noch die Schule besucht habe, hat man mir gesagt, dass das Studium mit dem Abitur vergleichbar sei. Ich würde aber behaupten, dass die Professoren uns mit ihrem Input sehr überfordert haben. Ich habe im ersten Semester gefühlt genauso viel an meinem Schreibtisch gesessen, wie in meiner ganzen Schulzeit. Mir war bewusst, dass man im Studium eigenständiger lernen und Vorlesungen aufarbeiten muss. Aber dass es so viel wird, hätte ich nicht gedacht.

Eigentlich besteht das Studium für mich, abgesehen vom Lernen, aus der besten Zeit des Lebens. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen kann man aber nichts mit mehreren Freunden unternehmen, keine neuen Menschen kennenlernen, und das Studentenleben abseits vom Lernen nicht genießen. Ich hoffe, dass sich die Corona-Lage bald beruhigt und ich das „richtige“ Studentenleben erleben darf. Für mich steht eins aber schon fest: Nach den Klausuren werde ich erst mal ein paar Tage nichts tun und mal wieder richtig ausschlafen!

Bella freut sich Gleichgesinnte kennenzulernen

Bella: Mein erstes Semester an der Uni und somit auch einen Teil eines neuen Lebensabschnitts habe ich nun fast hinter mich gebracht. Dass ich nach der Schule einmal studieren möchte, stand für mich schon länger fest. Eigentlich wollte ich vorher noch etwas von der Welt sehen, aber dank Corona ist es dazu gekommen, dass ich das Studium (vorerst) vorgezogen habe und zu dem Entschluss gekommen bin, meine Lieblingssprache Englisch sowie Literatur zu studieren.

Der Studienstart lief ebenfalls anders, als ich es mir gewünscht hätte: Aufgezeichnete Willkommen-Videos, eine Flut an E-Mails und hängende Zoom-Meetings jagten einander und ließen mich den größten Teil des Tages vor dem Bildschirm hängen. Auch das Kennenlernen von Mitstudenten gestaltete sich schwierig – und das, obwohl ich mich gerade auf das Treffen von „Gleichgesinnten“ mit ähnlichen Interessen gefreut habe.

„Buddys“ helfen beim Einfinden

Dank etlicher WhatsApp-Gruppen wurde der Austausch mit den anderen dann doch etwas erleichtert und ich habe mich direkt weniger alleine in dem Dschungel von Informationen, den die Dozenten einem fast täglich auflasten, gefühlt. Auch durch diverse „Buddy-Gruppen“, in welchen sich erfahrenere Englischstudenten zusammengetan haben, um den „Erstis“ unter die Arme zu greifen, konnten einige Fragen beantwortet werden.

Ich habe mich dann auch relativ schnell eingefunden und gerade an Anglistik großen Gefallen gefunden. Die Dozenten gestalten ihren Unterricht dabei komplett verschieden: Einige lassen die Vorlesungen über Zoom laufen, was die Chance auf Nachfragen bietet. Andere stellen lediglich Informationen ins Netz und überlassen einem sich selbst. Vom letzteren Konzept bin ich kein großer Fan, weil es das Gefühl vom Studentenleben endgültig kappt und sich eher wie eine ellenlange Schulaufgabe anfühlt.

Nie wieder Physik und Mathe lernen

Allgemein finde ich, dass das Studentendasein trotz Corona einige Vorteile bietet. Sich endlich nur noch auf die Fächer konzentrieren zu können, die einen auch wirklich interessieren, ist ein riesiger Fortschritt gegenüber der Schule – für mich heißt das, dass ich nie mehr wieder stundenlang an Matheaufgaben oder Physikrätseln hocken muss, was echt eine Erleichterung darstellt. Zudem geben viele ihr Bestes, um die Situation der Online-Uni etwas angenehmer zu gestalten: So wurde schon ein Pub-Quiz über Zoom veranstaltet. Dass auch solche Veranstaltungen, welche ja eher zum Spaß da sind, nicht einfach ins Wasser fallen, finde ich super.

Insgesamt kann ich sagen, dass das Studium auf jeden Fall eine neue und interessante Erfahrung ist und das fachspezifische Lernen ein toller Unterschied zum schulischen Lernen ist. Allerdings wäre es wirklich schön, wenn in den kommenden Semestern der Weg in die Normalität eingeleitet werden könnte und die Zoomsitzungen zu Hause gegen Vorlesungen auf dem Campus eingetauscht werden würden.

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