Ghostwriting im Studium: Der riskanteste Weg zum Abschluss
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Der anonyme Autor: Wer einen Ghostwriter für seine Hausarbeit beauftragt, schmückt sich mit fremden Federn – und geht so ein erhebliches Risiko ein.

Vorsicht ist geboten!

Ghostwriting: Schreiben, wie von Geisterhand

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
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Die Abschlussarbeit von einem Ghostwriter übernehmen zu lassen, klingt schon verlockend. Es kann aber ziemlich böse für Euch enden. Annika weiß, wieso.

Jeder, der schon mal tage- wenn nicht monatelang an einer Hausarbeit oder sogar wissenschaftlichen Abschlussarbeit gesessen hat, hat vermutlich schon mal über zwei ganz bestimmte Dinge nachgedacht: entweder das Studium hinzuschmeißen und den Aussteiger zu spielen oder einen Ghostwriter zu beauftragen. Ersteres kommt für die meisten wegen der bereits hart investierten Zeit nicht in Frage, Letzteres klingt zwar traumhaft, ist aber alles andere als empfehlenswert. 

Es gibt zahlreiche Gründe, warum man sich als Studierender vor dem Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit drücken möchte. Das kann beispielsweise Zeitmangel sein, wenn man alles wieder bis zur letzten Sekunde aufgeschoben hat, um lieber die Semesterferien zu genießen oder aber nicht selbst verschuldete Gründe, zum Beispiel, wenn die vorlesungsfreie Zeit mit super vielen Klausuren gespickt ist und man einfach nicht zum Schreiben kommt. Und manchmal leidet man einfach unter Schreib- und Denkblockaden, vor allem wenn Stress und Druck eine Rolle spielen. 

Da kann man schon verstehen, dass es verlockend ist, jemand anderem die Schreibarbeit aufzudrücken. Jemandem, der sich exakt an alle wissenschaftliche Standards hält und einem eine gute Note garantieren kann. Es ist tatsächlich auch nicht so kompliziert, eine Ghost-Writing-Firma, also jemand Professionelles zu finden, der für einen schreibt. 

Im Internet gibt es viele Angebote, die mit hoch qualifizierten Textern werben. Aber wer so etwas in Betracht zieht, sollte sich darüber bewusst sein, dass das Ganze im Endeffekt dann doch nicht so einfach ist. Da wäre zum einen der Kostenaspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Wie viel man letztendlich latzen muss, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig: dem Umfang der Arbeit, der Dringlichkeit, dem Schwierigkeitsgrad sowie etwaigen zusätzlichen Services, die übernommen werden können. Im Durchschnitt zahlt man zwischen 800 und 1600 Euro für eine Arbeit. Das ist schon ein ausgewachsener Sommerurlaub! 

Rechtlich vertretbar ist hier nichts mehr 

Es sind aber natürlich nicht nur die Kosten, die das Ghostwriting so fragwürdig machen, sondern auch auf rechtlicher Ebene begibt man sich auf dünnes Eis. Die engagierten Ghostwriter halten sich zwar strikt an die wissenschaftlichen Standards beim Schreiben, das Problem ergibt sich aber am Ende, wenn es darum geht, die eidesstattliche Erklärung abzugeben, dass man eine selbstständig verfasste Arbeit abgibt. 

Wenn Ihr das dann einfach unterschreiben würdet, obwohl Ihr kein Wort selbst geschrieben habt, spricht man von einem Vollplagiat. Das kann im universitären Kontext vom Nicht-Bestehen des Moduls bis zur Exmatrikulation führen. 

Über das Uni-Leben hinaus kann es aber ebenfalls Konsequenzen haben: Nach § 156 StGB: „Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Wenn man das so liest, wird einem dann doch schon anders. 

Da ist es wohl doch besser, sich selbst auf seine vier Buchstaben zu setzen und den Mist durchzuziehen. Und das Geld, das Ihr dann gespart habt, könnt Ihr am Ende wirklich für einen schönen Sommerurlaub ausgeben – den habt Ihr Euch dann auch redlich verdient.

Ihr seid noch weit entfernt von Abschlussarbeiten und überlegt, was Ihr nach der Schule machen könnt? Ein Freiwilligendienst könnte eine tolle Option sein! 

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