+
Wer in der Wissenschaft Karriere machen will, braucht Durchhaltevermögen und eine realistische Selbsteinschätzung.

Weg in die Wissenschaft

Erst Student, später Professor?

An seinem Lieblingsthema forschen, Aufsätze publizieren – und Studierende begeistern: Das klingt gut, birgt aber auch Unsicherheiten.

Viele Studierende können sich nach Bachelor- oder Masterarbeit nicht vorstellen, je wieder einen Fuß in eine Uni-Bibliothek zu setzen, ein Quellenverzeichnis anzulegen oder Hypothesen zu prüfen. Für manche aber ist die Arbeit in der Wissenschaft ein Traumberuf. Der Weg dorthin ist jedoch hart. 

„Im deutschen Wissenschaftssystem ist das Karriereziel die Professur“, sagt Matthias Schwarzkopf vom Netzwerk Karriereberatung für Akademiker. Doch als wissenschaftlicher Nachwuchs eine Dauerstelle zu bekommen, die als Hauptaufgabe Forschung hat, ist schwierig. 

Zunächst gilt es also herauszufinden, ob Forschung, Lehre und Co. wirklich das Richtige für einen sind. Grundsätzlich müsse man Lust haben, sich vertieft mit einer konkreten Fragestellung oder einem Themenfeld auseinanderzusetzen. Ist man sich seines Ziels sicher, muss man sich bewusst machen: Den einen vorgegebenen Pfad für die Karriere in der Wissenschaft gibt es nicht. 

Wer die Doktorarbeit erfolgreich abgeschlossen hat, sollte sich nach zwei bis drei Jahren in der Post-Doc-Phase endgültig entscheiden, ob er langfristig im wissenschaftlichen Bereich arbeiten möchte. 

Netzwerken und als Hilfskraft arbeiten

In der Wissenschaft spielen Netzwerke eine große Rolle. Den potenziellen Doktorvater oder Professor sowie die Arbeit an der Universität oder Hochschule schon während des Studiums näher kennenzulernen, ist von Vorteil. Dafür eignet sich etwa die Zusammenarbeit während eines Projekts oder eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft. 

Natürlich spielen auch Noten eine Rolle. Eine gute oder sehr gute Bewertung der finalen Arbeiten und ein überdurchschnittlicher Studienabschluss können die Chancen auf eine Promotion erhöhen. 

Aber: „Noten können nie eine Persönlichkeit abbilden“, findet Peter Ullrich vom Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin. 

Hürden auf dem Karriereweg

Neben dem Fakt, dass eine Professur nahezu die einzige Stelle in der Wissenschaft ist, die wirklich langfristige Sicherheit bringt, gibt es weitere Hürden auf dem Karriereweg. 

Eine große Rolle spielt das Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Es besagt, dass man maximal zwölf Jahre mit befristeten Arbeitsverträgen an Universitäten und Forschungsinstituten in Deutschland arbeiten kann – Projektstellen ausgenommen. Wenig Aussicht auf ruhige Karrierephasen also. 

Daher sollten Interessierte unbedingt vorher sondieren, wie viele Professuren es gibt und wie viele frei werden. Daraus ergibt sich dann, wie groß die Chancen auf die jeweilige Position sind, die man anstrebt. Außerdem müssen sich aufstrebende Wissenschaftler auf ein Leben mit mehreren Umzügen einstellen. 

Sie springen oft von einer befristeten Stelle zur nächsten. Gerade mit einem Partner oder mit Familie kann das zur Herausforderung werden. (Maximilian Konrad)

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hertener Bürger demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung mit Stephan Brandner – so lief die „Udo-Aktion“ ab
Hertener Bürger demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung mit Stephan Brandner – so lief die „Udo-Aktion“ ab
Star-Koch Frank Rosin rastet in Kochsendung aus - „Geht mir das auf den Sack!“
Star-Koch Frank Rosin rastet in Kochsendung aus - „Geht mir das auf den Sack!“
Drei Verletzte bei Auffahrunfall an der Borker Straße in Waltrop – und 18.500 Euro Sachschaden
Drei Verletzte bei Auffahrunfall an der Borker Straße in Waltrop – und 18.500 Euro Sachschaden
Friedliche Protest-Aktion gegen AfD-Politiker, Unfall mit drei Verletzten, Klimaschutz kontra Stadtentwicklung 
Friedliche Protest-Aktion gegen AfD-Politiker, Unfall mit drei Verletzten, Klimaschutz kontra Stadtentwicklung 
Klimaschutz kontra Stadtentwicklung - Politiker streiten um neues Wohn- und Gewerbegebiet in Alt-Marl
Klimaschutz kontra Stadtentwicklung - Politiker streiten um neues Wohn- und Gewerbegebiet in Alt-Marl

Kommentare