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Auch wenn Marie eine schöne Zeit in Kapstadt hat, freut sie sich doch über ihr Begrüßungskomitee am Flughafen.

SÜDAFRIKA – TEIL 13

Welcome home — Rückblick auf die Zeit in Südafrika

Marie ist nun wieder seit einiger Zeit in Deutschland. Sie blickt abschließend auf ihren Aufenthalt in Kapstadt zurück und zieht ihr Resümee.

Es ist 13:40 Uhr als die Reifen des Flugzeugs die Landebahn berühren und ich sicher gelandet bin. Damit ist es offiziell: ich bin wieder in Deutschland, ich bin wieder Zuhause.

Ein komisches Gefühl. Die letzten 18 Stunden waren wie eine Blase, es ging nur um die Reise selbst, um das Ein- und Aussteigen, um das Unterwegs sein. Man war weder Zuhause noch in Kapstadt – und das nicht nur bildlich, sondern auch emotional gesprochen.

Ich konnte weder den Abschied so richtig realisieren, noch die Tatsache, dass ich gleich meine Familie und Freunde wieder in die Arme nehmen würde. Aber dann stand ich auf einmal auf deutschem Boden und die Reise war nun wirklich vorbei. 

Willkommensschild, Rose und Brezel

Ich holte meinen Koffer und dann war es soweit: meine Eltern, mein Bruder und sogar meine Großeltern und meine Freundin waren gekommen!

Es war ein kleiner Kreis voller winkender Arme, die ein Willkommensschild, eine Rose und eine Brezel in die Luft hielten! Es war ein verrücktes Hin und Her mit vielen Tränen und noch mehr Umarmungen – und es gab sogar Kuchen und Sekt zum Anstoßen! Ich habe mich wahnsinnig gefreut, alle wiederzusehen und drücken zu können. Es gab so viel erzählen!

Dann ging es wirklich nach Hause und das Erzählen ging weiter. Ein paar meiner Freundinnen kamen und wir haben geredet, als hätten wir uns erst letzte Woche verabschiedet. 

Der ganze Tag war einfach nur verrückt, anders könnte ich ihn gar nicht beschreiben. Es war alles so spannend, so gewohnt und trotzdem so ganz anders. Manchmal kam mir alles fast ein wenig unwirklich vor. Und jetzt? Ein paar Wochen später? Was soll ich sagen, der Alltag überfällt einen schneller, als man denken mag. All die offenen Fragen über die Uni oder was einen sonst noch im Leben erwartet, kommen mit einem Mal zurück. Dieselben Fragen, dieselben Aufgaben, derselbe Alltag – manchmal kommt es mir dann fast so vor als wären die letzten sechs Monate nur eine Art Traum gewesen.

Ich konnte so viel von dort mitnehmen

Doch dann gibt es auch immer wieder Momente in meinem neuen alten Alltag, die mich an alles zurückdenken lassen, an all die Abenteuer und Probleme dort. Denn auch wenn ich keine Ahnung habe, was auf mich zukommt und ob ich den Tafelberg jemals wieder zu Gesicht bekomme – mir bleiben all die Geschichten, die Erinnerungen und Erfahrungen.

Ich habe so viel über die Welt und auch über mich selbst gelernt und ich konnte so viel von da unten mitnehmen, dass es jede Sekunde wert war – sowohl die guten als auch die schlechten Erfahrungen. Kapstadt gilt als eine der schönsten Metropolen der Welt. Dort befindet sich eines der sieben Weltwunder, das jedes Jahr Millionen von Touristen anlockt. 

Gleichzeitig ist es eine Stadt, die mit Korruption und Wasser- und Strommangel zu kämpfen hat, in der die Spuren der Apartheit noch immer zu spüren sind und wo die Schere zwischen Arm und Reich allgegenwärtig ist.

Es ist ein Ort, wo Schönheit und Vielseitigkeit Hand in Hand mit Kriminalität und Armut gehen – eine Stadt mit zwei Gesichtern. Für mich ist es aber noch so viel mehr als das geworden. Mein Kapstadt hat nicht nur zwei, sondern unzählige Gesichter.

Die Gesichter meiner Kinder auf der Arbeit, von dem nettesten Ladenbesitzer, dem ich je begegnet bin, von meiner super lieben Gastmutter, von all den „Locals“, die mich mit in ihre Welt genommen haben. Gesichter von den Menschen, die mich auf der Straße angelächelt oder angesprochen haben, die eilig an mir vorbeigerannt sind.

Das Lachen und Singen meiner neuen Freunde, die mit den verschiedensten deutschen Akzenten mir auch so viel von unserem eigenen Land gezeigt haben, dass ich vorher nicht kannte. Wenn ich an Kapstadt denke, dann denke ich an all diese Menschen, die in mein Leben getreten sind und die aus einer Großstadt für mich eine Art Zuhause geschaffen haben, ein Abenteuer, eine neue Art, auf die Welt zu blicken. Erinnerung, die mir für lange Zeit ein Lächeln schenken werden, wenn ich an sie zurückdenke.

Marie Dechêne

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