Release am 9. Oktober

FIFA 21 angespielt: Das ist neu in der Fußballsimulation für PS4, Xbox und PC

  • Tobias Ertmer
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Die neueste Auflage des Genreklassikers FIFA ist auf dem Markt: Mit FIFA 21 hat Hersteller Electronic Arts umfangreiche Anpassungen in Gameplay, Karrieremodus und Ultimate Team angekündigt. Wir haben die Simulation angespielt.

Mit FIFA 21 hat der Spielentwickler Electronic Arts am 9. Oktober einen seiner Verkaufsschlager der vergangenen Jahre in die neue Saison geschickt. Wegen der durch die Corona-Pandemie veränderten Spielpläne in den Ligen zwar mit etwas Verspätung, dafür aber auch mit einigen Neuerungen und Veränderungen. Die 28. Auflage der Simulation, die für Xbox, PS4 und PC erschienen in den gewohnten drei Versionen (Standard Edition, Champions Edition, Ultimate Edition) erschienen ist, kostet zwischen 59,99 und 99,99 Euro - je nach Version, Gerät und Anbieter. Wir haben das Spiel auf der Xbox One angezockt.

Fußballsimulation: Das ist neu in FIFA 21

Was ist neu in FIFA 21? Zuallererst natürlich das Cover: In der Standardversion wirkt das Bild, auf dem Fußballstar Kylian Mbappé zu sehen ist, etwas unruhig mit seinen diversen Bildern und dem weißen Hintergrund. Die Sorge, dass sich das auch im Spiel fortsetzt, ist aber unbegründet. Nach dem Download des rund 50 GB großen Pakets auf der Xbox One stellen wir fest: Das neue Design ist gelungen. Ein eher dunkel gehaltener Hintergrund entspricht dem, was zurzeit auch auf Smartphones oder dem PC angesagt ist. Die Menüführung entspricht sonst dem der Vorgänger. Was nicht negativ sein muss: Hier findet sich auch der Gelegenheitsspieler zurecht. Einige Neuerungen hatte Electronic Arts dennoch bereits angekündigt:

Die Änderungen in der neuen Version im Überblick

  • Gameplay: Hier gibt es mit dem agilen Dribbling (R1/RB und linker Stick) die Möglichkeit, mit noch mehr Tempo den Gegner auszuspielen. Auch das Positionsspiel hat sich verbessert: „Weltklassestürmer achten bei ihren Läufen auf den letzten Verteidiger, um Abseitsstellungen zu vermeiden“, so EA Sports. Kreative Spielmacher verschaffen sich Platz für Steilpässe. Zudem sind jetzt Kreativläufe möglich, in denen der Spieler die volle Kontrolle behält: Ihr könnt völlig frei entscheiden, wohin eure Mitspieler laufen sollen, indem ihr nach dem Auslösen eines Laufs (L1/LB, dann Rechter-Stick-Flick) oder dem Herbeirufen eines Mitspielers (R1/RB, dann Rechter-Stick-Flick) den rechten Stick ruckartig bewegt. Das Kopfballspiel lässt sich ebenfalls frei kontrollieren. Die Defensive und auch der Torhüter haben eine neue KI und reagieren realistischer.
  • Karrieremodus: Einst unter dem Namen „The Journey“ bekannt geworden, hat sich der Karrieremodus als gelungener, eigener Spielmodus in FIFA 21 weiterentwickelt. Hier kann man eine fiktive oder auch eine reale Spielerpersönlichkeit weiterentwickeln. Unser Tipp: Einfach mal die zu absolvierenden Spiele im Einzelspielermodus zocken - die Konsole übernimmt dann die Steuerung der Mannschaft. Damit lassen sich neue Tricks einstudieren. Neu ist auch die Art der Spielsimulation, bei der man jederzeit aktiv eingreifen kann.
  • FUT: Die Fans von FIFA Ultimate Team (FUT) werden sich freuen, dass endlich die Fitness-Items weggefallen sind. Das bedeutet: Es kann wieder mehr auf dem Rasen gespielt werden. Zudem gibt es einen neuen Koop-Modus innerhalb von FUT, also einen Mehrspielermodus. Vorausschauend wurde zudem die Möglichkeit eingebaut, dass man sein Ultimate Team bei einem Konsolenwechsel auf die nächste Generation von Playstation und Xbox transferieren kann. Kein Wunder, dass EA hier viel Energie reingesteckt hat: FUT gilt doch immerhin als Geldmaschine innerhalb der Fußballsimulation. Über virtuelle Kartenpacks, mit denen man sich sein Team zusammenstellen kann, wird viel Geld verdient. Es geht allerdings auch ohne den Einsatz von echtem Geld, indem man sich die benötigten Punkte über Erfolge auf dem Rasen erspielt.
  • Online Community: Freunde des Mehrspieler-Modus wird es freuen. Nun kann auch beim Volta-Fußball - einer Variante des Straßenfußballs - gemeinsam online gespielt werden.
  • Lizenzen: Beeindruckende Zahlen gibt EA hier bekannt - mit über 17.000 Spielern, mehr als 700 Teams, 90 Stadien und 30 Ligen dürfte fast jeder Fußballfan seine Mannschaft finden. Viele Spieler sind neu hinzugekommen. Und durch die überarbeitete Grafik wirken sie noch realistischer. In den Stadien gibt es jetzt zudem eigene Gesänge der verschiedenen Teams zu hören.
  • Sonstiges: Neu ist in FIFA 21 auch Esther Sedlaczek, eine der bekanntesten deutschen Fernsehmoderatorinnen und seit 2011 bei Sky für die Fußball-Berichterstattung zuständig. Sie wird im Karriere- und Champions League-Modus in der Funktion des „Studio Reporters“ auftreten und im Feature „News from elsewhere“ über die parallel-laufenden Partien berichten. Keine Sorge: „Buschi“ und Wolf-Christoph Fuss bleiben die Standard-Reporter im Spiel.

So spielt sich FIFA 21 auf der Xbox

Das Gameplay im Spiel ist den Machern von FIFA 21 tatsächlich gelungen: Die Bewegungen der Spieler sind noch flüssiger geworden, gleichzeitig aber auch näher an der Realität. Alleine die Drehung eines Spielers bei der Ballan- und Mitnahme ist schön anzusehen. Beim Dribbling wird nicht einfach nur nach vorne gestürmt - auch hier wird ein natürlicher Bewegungsablauf erkennbar. Ohnehin sind einige Abläufe im Spiel deutlich realistischer: So wirken die Schüsse aus der Distanz weniger hart, Eckbälle sind etwas schwieriger zu platzieren.

Was teilweise für eine echte Torflut sorgt, ist die Anpassung der Abwehr und des Torwarts: Beide haben eine neue KI erhalten, die nun auch Fehler zulässt. So kann es durchaus passieren, dass die Grätsche des Verteidigers ins Leere läuft, der Torwart nur faustet statt den Ball festzuhalten. So macht FIFA wieder richtig Spaß, denn schließlich geht es hier vor allem ums Toreschießen. Auch der amtierende FIFA-Weltmeister Mohammed „MoAuba“ Harkous hat sich auf seinem Youtube-Kanal zufrieden mit den Gameplay-Änderungen gezeigt: So seien Flanken und Kopfbälle wieder stärker ins Spiel integriert, die Torhüter seien realistischer geworden und im 1-zu-1 schwerer zu überlisten.

Unser Fazit zu FIFA 21 von EA Sports

Seien wir mal ehrlich: Wer sich jedes Jahr eine neue Version des Klassikers FIFA zulegt, erwartet kaum ein komplett neues Spiel. Es geht darum, die neuen Kader zur Verfügung zu haben, noch bessere Details auf seinem großen Bildschirm zu sehen, authentische Stadionatmosphäre zu erleben und realistischere Bewegungsabläufe auf dem Rasen hinzubekommen. Das alles hat Electronic Arts wieder hervorragend umgesetzt. Deshalb macht es Spaß, die Begegnungen des nächsten Wochenendes bereits vorher auf der Konsole zu spielen. Dass es keine Geisterspiele gibt oder die Trainer keine Maske tragen, mag zwar nicht der aktuellen Realität entsprechen - allerdings ist es auch schön, nicht noch innerhalb eines Videospiels mit dem Thema Corona konfrontiert zu werden.

Leider hat EA noch den einen oder anderen Bug im Spiel nicht entfernt: So fangen die Verursacher von Strafstößen plötzlich an, wild zu zucken und das ganze Spiel hakt für mehrere Sekunden, bevor es schließlich weitergeht. Und auch bei den Elfmetern selbst lässt sich der Ball weiterhin nur schwer platzieren. Mit den kommenden Updates wird EA das aber hoffentlich in den Griff bekommen. Schade ist auch, dass es weiterhin kein „Crossplay“ - also ein systemübergreifendes Spielen zwischen PC, Xbox oder PS4 - geben wird. Immerhin ist die PC-Version jetzt bei Steam verfügbar.

Ingesamt können wir die Neuauflage des Spieleklassikers unter den Fußballsimulationen jedem echten Fan ans Herz legen. Als Tipp gilt aber auch bei FIFA 21: Geht lieber zurückhaltend mit Kaufoptionen um. Oder macht es wie der eSports-Profi Tim Schwartmann vom FC Schalke 04: Der Gamer, der unter dem Namen „Tim Lakta“ bekannt ist, kickt im echten Leben für Wacker Gladbeck und verzichtet komplett auf den Einsatz von echtem Geld im FUT-Modus - das können bei den Profis schon einmal bis zu 4000 Euro pro Jahr sein. Schwartmann spendet das Budget, das er von seinem Verein erhält (2000 Euro), lieber für die Robert-Enke-Stiftung, wie er am Freitag (9.10.) dem Radiosender 1Live sagte. Vorbildich!

Rubriklistenbild: © Electronic Arts

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