Elena sitzt an einem Tisch. Vor ihr liegen die Materialien und Kartons der von ihr vorgstellten Escape-Games.
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Die Spiele werden mit reichlich Material geliefert und sorgen für langen Rätsel-Spaß.

Scenarios Spiele-Test

Schaurige Puppen und kniffelige Fall-Akten

Elena hat zwei Escape-Spiele getestet und möchte sie Euch heute vorstellen. Es geht um gruselige Puppenhäuser und einen ungelösten Mordfall.

Von Elena Wüllner,

Sind wir doch mal ehrlich: Die meisten Abende verbringen wir aktuell damit, Serien und Filme auf Streaming-Portalen zu konsumieren. Wer die Abenteuer für einen Abend nicht nur an sich vorbeiziehen lassen möchte, für den habe ich zwei tolle analoge (Escape-)Spiel-Empfehlungen. Aber ein kleiner Hinweis im Vorfeld: Beide Spiele dauern zwischen 1,5 bis 3 Stunden. Also plündert die letzten Plätzchenvorräte von Weihnachten und macht Euch einen heißen Kakao.

„Escape the Room – Das verfluchte Puppenhaus“:
Dieses Spiel lässt Euch in eine mysteriöse und schaurige Geschichte mit kniffeligen Denkaufgaben eintauchen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich aus der Verpackung des Spiels ein dreidimensionales Puppenhaus zusammensetzen. Einige Möbelstücke sind schon an die Wände des Miniatur-Häuschens geklebt, andere müssen noch montiert und aufgestellt werden. Die Detailarbeit des Spiels wird wohl auch Brettspiel-Gegner begeistern, denn dieses Spielerlebnis ist keineswegs zweidimensional. Der Drang, den Duschvorhang mit den blauen Fischen aufzuziehen oder den prall gefüllten Schrank zu öffnen, ist wirklich groß. Aber die Spielanleitung sagt deutlich: Hinweise dürfen erst geöffnet werden, wenn Ihr Euch in dem entsprechenden Zimmer befindet.

Bevor das Spiel beginnt, könnt Ihr eine Stoppuhr auf 2 ½ Stunden stellen, um das Erlebnis eines begehbaren Escape-Rooms zu haben, bei dem Rätsel vor abgelaufener Zeit gelöst werden müssen. Worauf Ihr auf keinen Fall verzichten solltet, ist die Hintergrundmusik, um eine schaurige Atmosphäre zu erschaffen. Das Spiel schlägt auch ein paar Links zu gruseligen Playlists vor.

Raum für Raum warten neue Rätsel

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann ein Mitspieler beginnen, die Geschichte vorzulesen. Ihr erfahrt von einem Haus in der Nachbarschaft, um das viele Geistergeschichten kursieren. Eure Neugierde lässt Euch nicht los und Ihr schleicht Euch mitten in der Nacht auf das Grundstück des alten Herrn Zimmermann. In einem Schuppen findet Ihr ein merkwürdiges Puppenhaus. Als Ihr näher tretet, wird es plötzlich dunkel. Und dann findet Ihr Euch im Puppenhaus wieder.

In jedem Raum müsst Ihr drei Rätsel finden und diese lösen, um in den nächsten Raum zu gelangen. Dabei müssen Papiere geknickt und verschnitten werden, durchsichtige Schablonen kommen zum Einsatz und auch eine kleine Taschenlampe kann Verborgenes enthüllen. Die Rätsel sind in sich logisch, aber meist nicht eingebunden in die Geschichte, die beim Spielen erzählt wird.

Das Spiel ist für Kinder ab 13 Jahren gedacht. Aber ich bin ehrlich: Ich und auch meine zwei MitspielerInnen haben dieses Alter schon längst überschritten. Und dennoch mussten wir bei dem ein oder anderen Logik-Rätsel Hilfe in Anspruch nehmen. Toll ist, dass auf der Homepage nicht direkt die Lösungen offenbart, sondern nach und nach Hinweise für die Hilfesuchenden gegeben werden.

Papierchaos in der Privatdetektei

„Hidden Games Tatort: Der Fall Klein-Borstelheim“:Für dieses Spiel braucht Ihr neben Nervennahrung noch einen großen Tisch, um das Spielmaterial auszubreiten. Die Verpackung – ein großer Umschlag – ist gleichzeitig auch schon Teil des Spiels. Sie ist die Post, die eines Tages beim Privatdetektivbüro Homes & Partner eintrudelt. Auf der Rückseite befinden sich nur eine kurze Anleitung und vier Fragen zur Mission: Wie ist Maximilian Schuster gestorben?
Wer hat Euch den Umschlag gesendet?
Wer ist der Absender des zerrissenen Briefs?
Wer ist der Täter/die Täterin?

Ich und meine MitspielerInnen öffnen den Umschlag und breiten alle Dokumente auf dem Tisch aus. Die einzige weitere Anweisung lautete: Lest Euch alle Unterlagen genau durch. Mich hat der Tisch mit dem Polizeibericht, dem Antrag auf einen Haftbefehl, der Kreditkartenabrechnung, einer Zeitung, der Visitenkarte eines Restaurants und den weiteren Dokumenten im ersten Moment überfordert. Womit fangen wir an?

Online gibt es Hilfe für Ratlose Spielerinnen und Spieler

Es hilft, erst das Plakat mit den in den Fall verwickelten Personen aufzuhängen und erste Informationen zu notieren. Von Dokument zu Dokument bekommt man immer mehr Hinweise zu den Personen. Nach dem ersten Überfliegen sind alle MitspielerInnen hoch konzentriert, stellen Theorien auf und kombinieren Hinweise. Es ist wie ein anhaltender Rätsel-Rausch. Und ich kann sagen: Die Polizeiarbeit in diesem Fall ist nicht frustrierend, man rekonstruiert Stück für Stück, was auf dem Dorfplatz in Klein-Borstelheim stattgefunden hat.

Wer trotzdem Hinweise braucht, der findet online Hilfe. Ein sehr wichtiger Hinweis für das ganze Spiel ist folgender: Auch Handys sind erlaubt! Nummern können angerufen und Internetseiten besucht werden. Auf der Internet-Seite des Spiels gibt es die Möglichkeit, alle vier Antworten auf die Fragen zur Mission nach Ende des Spiels einzugeben. Dort erfahrt Ihr auch, ob Ihr den Richtigen verdächtigt. Und nein, unser erster Verdacht wurde nicht bestätigt. Wir hatten ein winziges Detail übersehen. Danach waren wir uns aber sicher, wer für den Tod von Maximilian Schuster verantwortlich ist…

„Escape the Room – Das verfluchte Puppenhaus“
Für 1-4 Spieler ab 13 Jahren, Spieldauer circa 120 Minuten
Kosten: 40 Euro

„Hidden Games Tatort: Der Fall Klein-Borstelheim“
Für 1-6 Spieler ab 14 Jahren, Spieldauer: 90 - 150 Minuten
Kosten: 24 Euro

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